131. Der tolle Hund.
(Erkenntnißgrund.)
Ein Jäger sah einen Hund am Raine kauern. In dem Gebaren des Thieres lag etwas Verdächtiges. Dem Aussehen nach mußte er krank sein.
Der Jäger trat ihm näher. An dem geifernden Maule des Thieres erkannte er jetzt dessen Tollwuth. Besonders deutlich sprach diese schreckliche Krankheit aus den triefenden Augen. Der Gleichgiltigkeit des Thieres wegen schloß der Jäger allerdings auf sein baldiges Ende. Aus seinem jämmerlichen Winseln ließ sich die Größe seiner Schmerzen ermessen. An seinen kläglichen Blicken hätte man fast das Verlangen nach Erlösung erkennen mögen.
Zufolge dieser Erscheinung hielt der Jäger das Thier für nicht mehr gefährlich. Einige Sekunden darauf machte er durch eine Kugel den Leiden desselben ein Ende. Den jetzt sichtbar werdenden Zähnen nach mußte das Thier noch jung sein. Laut der Inschrift des Halsbandes gehörte es dem Arzte des nächsten Dorfes.
132. Jahrmarktsgeschenke.
(Zweck und Stoff.)
Eine Mutter brachte für ihre Kinder allerhand Geschenke vom Jahrmarkte mit. Paul bekam eine Windmühle zum Spielen. Ewald erhielt ein Kästchen für seine Schiefer. Leopold schenkte die Mutter ein Sprungseil zum Turnen. Elise übergab sie ein Körbchen zu ihren Stickereien.
Mit dem Ankaufe dieser Geschenke hatte die Mutter für die armen Blinden ein gutes Werk gethan. Alle diese Sächelchen nämlich waren im Blindeninstitute gefertigt.
Die Windmühle war aus Pappe zusammengeleimt. Das Kästchen hatte einer jener blinden Knaben aus Draht geflochten. Das Sprungseil war aus Hanf geflochten. Das Körbchen mußte aus Lindenholz geschnitzt sein.