Endlich rückte die Schaar der Gegner an und die Beschießung begann. Die Nationen von fast ganz Europa richteten ihre Blicke auf diesen Kampf, während dessen die Bevölkerung der Festungsstadt sehr viele Verluste zu erleiden hatte.
Nach mehrwöchentlicher Belagerung entschied sich das Schicksal der Festung. Die feindlichen Geschosse legten ihre Wälle, Mauern und andere Befestigungen in Trümmer. Darauf folgte ein Sturmangriff und die Festung war verloren. Das Blut floß in Strömen. Durch das furchtbare Getöse des Kampfes drang das Gewimmer und das Gestöhne der Verwundeten.
Einen schrecklichen Anblick boten die Verwüstungen in der Stadt. Die schöne, große Bibliothek und die herrliche Bildergallerie waren verbrannt und die Heiligthümer der Kirchen durch die Geschosse zerstört. Mit Thränen in den Augen stand das Volk an den Trümmern seiner Habe, die zu einem großen Theile in Asche lag.
7. Schulexamen.
(Eigennamen.)
„Ei, Emilie“, rief Bernhard seiner Schwester zu, als er aus der Schule kam, „heute hieß es aber aufpassen. Unser Lehrer, Herr Schmelzer, wollte nämlich einmal sehen, ob wir von dem, was er uns gelehrt und erzählt habe, noch recht viel wüßten. Und so richtete er denn an einen jeden von uns eine Frage.“
Franz Dunker mußte die Geschichte von dem Moses, Hans Weinlich die vom Goliath und Emil Heinz die vom Daniel erzählen. Julius Bär mußte sagen, wann Luther, August der Starke und Napoleon I. geboren wären.
Heinrich Tümmler mußte angeben, wo Sachsen, Baiern, Würtemberg, Preußen und China lägen.
Wilhelm Borisch mußte die Einwohnerzahl von Paris, Wien, London, Berlin und Dresden nennen.
Alexander Miersch sollte sagen, wo man die Schlösser Wesenstein und Scharfenstein und die Dörfer Machern, Kesselsdorf und Hochkirch zu suchen habe. Er wußte es aber nicht.