Der Jüngere gab seine Zustimmung. Kaum aber hatten sie am grünen Ufer des Wiesenbaches ihren Zeitvertreib begonnen, rief sie der Vater in das Haus zurück. Sie sollten jetzt wieder an ihre Arbeit gehen und Stroh flechten.
Die Knaben machten wahre Essiggesichter, denn das Haschen und Verstecken war ihnen natürlich lieber als das Stillsitzen und Arbeiten. Aber sie zeigten ohne Murren Gehorsam. Und ihre Folgsamkeit sollte noch dieselbe Stunde Belohnung finden.
Nach etwa zehn Minuten fiel draußen, in ziemlicher Nähe, ein Schuß. Vor Schreck fuhren die Kinder zusammen. Sie und ihr Vater und ihre Mutter eilten zur Hausthür. Und was erblickten ihre Augen? An der Stelle, wo die Knaben vor kurzer Zeit noch — kaum vor Ablauf von zehn Minuten — ohne alle Besorgniß allerlei Spiele gespielt hatten, hatte soeben ein Jäger, dicht an einem Erlenbaume, einen tollen Hund erschossen.
Wie freute sich nun das Geschwisterpaar ob seiner Folgsamkeit!
Eigenschaftswörter.
14. Formen der Pflanzenwelt.
Welch verschiedene Formen und Farben gibt es doch in der Pflanzenwelt! Da steht die Pappel, hoch und schlank; nicht weit davon ein tausendjähriger Eichbaum, niedrig zwar, aber stark und knorrig. Seine Aeste sind vielfach gekrümmt und gebogen, seine Wurzeln dick und runzlig. Seine Rinde ist fest, aber zerklüftet und zerrissen. Hier steigt eine Tanne schlank in die Luft empor. Ihr Stamm ist schnurgerade und ebenmäßig, unten stark, nach oben zu dünn und zuletzt ganz spitz.
An ihrem Fuße wuchert eine Birke empor. Sie ist jung und kräftig, ihre Krone dicht belaubt, ihre Schale blendend weiß, wie Silber.
Wie unterschiedlich sind selbst die Stengel der kleinsten Pflanzen! Der eine ist rund, der andere drei- oder vierkantig; der eine glatt, der andere behaart oder klebrig; der eine markig, ein anderer fleischig oder holzig. Einige sind hohl, andere voll; einige gegliedert, andere gedreht oder geschlängelt. Der eine Stengel ist steif, unbiegsam und spröde, ein anderer beweglich, weich und elastisch.
Betrachten wir nun erst die verschiedenen Blattformen. Da gibt es ovale, runde, herzförmige, schmale, breite, glattrandige, gezahnte, gezackte, getheilte, gefiederte u. s. w. Noch weit mehr verschiedene Formen aber zeigen uns die Blätter der Blumenkronen. Unter ihnen finden sich röhren-, trichter-, lippen-, rachen-, keilförmige u. dergl. Und wie überaus zart und reizend sind diese buntfarbigen Blumentheile! Wer auf alle diese Abwechselungen in der Pflanzenwelt genau achtet, muß eitel Lust haben an den Werken des Herrn.