Moritz. Vielleicht gar vor drei oder vier Monaten nicht. Er ist zu sehr entkräftet.

Paul. Möge ihn der liebe Gott recht bald und dann für immer gesund werden lassen!

12. Die Glocken.

(Desgleichen.)

Hoch auf dem Thurme hängen die Glocken. Ihre ehernen Zungen tönen früh und spät in die weite Welt hinein.

Des Morgens und des Abends mahnen sie zum Gebet. Wie ernstfreundlich klingt doch des Kirchglöckleins Stimme während des Sonnenauf- und Sonnenunterganges!

An Sonn- und Festtagen rufen sie zum Gotteshause. Wie feierlich ertönt sowohl zur lieben Weihnachts- als auch zur lieben Osterzeit der harmonische Glockengruß!

Tiefernst stimmt uns das Kirchengeläute beim Scheiden des Jahres, an Buß- und Bettagen. Fast wehmüthig zittert es zur Zeit eines Begräbnisses oder gar zur Stunde eines Hochgerichts an unser Ohr.

Geradezu schauerlich aber hallt der Nothruf der Glocke während einer Feuersbrunst oder eines Volksaufstandes durch die Straßen.

Ihr Ruf ertönt aber nicht blos an den Tagen ernster Feier, zur Stunde trauriger Familiengeschicke, in den Minuten drohender Gefahr und während der Augenblicke blutiger Sühne, sondern auch zur Zeit froher Feste und freudiger Familienereignisse.