Moritz. Seit vorgestern und gestern war das Fieber im steten Steigen begriffen. Früh und abends phantasirte er sehr lebhaft. Seit zwei oder gar seit drei Tagen hat der arme Junge keinen einzigen Bissen Nahrung zu sich genommen.

Paul. O weh! Da kann ich ihn wol weder heute noch morgen besuchen?

Moritz. Vor Sonntag oder Montag wird das der Arzt kaum erlauben. Selbst ich darf unter drei, vier Tagen nicht zu ihm.

Paul. Wie oft kommt denn der Arzt zu ihm?

Moritz. Der Arzt besucht ihn vor- und nachmittags, zuweilen auch noch einmal abends acht Uhr.

Paul. Welche Heilmittel wendet denn der Arzt an?

Moritz. Früh und abends wird er in feuchte Tücher eingeschlagen. Darauf schwitzt er eine Stunde, auch zwei Stunden. Nun reibt ihn mein Vater fünf bis zehn Minuten mit einem wollenen Tuche trocken. Nach dem Schweiße kommt er 20–30 Sekunden in ein kühles Bad. Der hierauf eintretende Schlaf währt zuweilen eine halbe, auch eine ganze Stunde.

Paul. Gewiß ist Deine gute Mutter recht besorgt um den Kranken?

Moritz. Sie sitzt Tag und Nacht an seinem Bette. Sie hat sich schon seit Tagen und Wochen keinen ordentlichen Schlaf vergönnt. Morgen und übermorgen aber wird mein Vater eine Krankenpflegerin für sie eintreten lassen.

Paul. Vor vier, sechs Wochen wird da wol Dein Bruder nicht in die Schule kommen?