17. Der kleine Künstler.
(Zwei Stoffe.)
Julius war ein außerordentlich geschickter Knabe. Er verstand aus den unbedeutendsten Dingen und Stoffen allerhand Spielereien zu fertigen. Aus abgesetzten Korken und weggeworfenen Lederstückchen schnitzte er allerliebste Landschaften.
Aus Baumrinde, Moos und Flechten baute er kleine Einsiedeleien. Aus buntem Papier und den Abfällen in der Glaserwerkstatt wußte er niedliche Glasschränkchen herzustellen. Aus Pappstreifen und bunten Leinwandabschnittchen formte er allerhand Schächtelchen. Aus Cigarrenkastenbretchen und den Deckeln zerbrochener Schachteln entstanden unter seinen Händen bewegliche Windmühlen. Thiere schuf er gewöhnlich aus Mehl und Wasser. Menschen wurden von ihm aus Wachs oder Pech gebildet.
Mit diesen Sächelchen aus festen Stoffen oder ursprünglich weichem Material erfreute er dann seine Geschwister besonders zur Weihnachtszeit.
Wiederholung.
(Alle Arten Zusammenziehungen.)
18. Ludwig und Günther.
Ludwig und Günther nannten sich gute Freunde. Beide aber waren faule, ungezogene und rohe Buben. Ueber ihre Lippen ging selten ein sanftes oder ein gutes Wort. Häufig stießen sie nicht blos Schimpfworte und gemeine Reden, sondern sogar Flüche und Verwünschungen aus.
Während ihrer freien Zeit trieben sie sich in Wäldern und Gebüschen umher. Dabei war im Frühlinge und Herbste ihr Hauptabsehen auf das Wegfangen von Singvögeln gerichtet. Diese Schändlichkeit führten sie durch Aufstellen von Leimruthen, Netzen, Sprenkeln und andern Schlingen aus. Mit den armen Gefangenen aber gingen sie nicht selten äußerst roh und herzlos um. Oft marterten sie die unglücklichen Thierchen aus purer Laune und Schadenfreude auf das entsetzlichste. Schließlich wurden dieselben in ein enges Leinwandsäckchen oder gar in einen Strumpf gesteckt.