Die Luft vermittelt jeden Schall, jeden Laut, jeden Ton, jeden Knall. Ihre Wellen tragen das Murmeln der Bäche, das Summen der Käfer, das Lied der Nachtigall an unser Ohr. Auf ihren Schwingen rollt der knirschende Donner und der dumpfe Knall der schweren Geschütze dahin. Sie vermittelt unsern Herzen das Flehen des Armen, das Seufzen des Leidenden, den Hülferuf des Verunglückten, den Trost theilnehmender Freunde.

So belebt sie nutzbringend und segenspendend das unendliche All.

20. Einfache Kost.

(Fortsetzung.)

Wasser, Salz und Brod macht die Wangen roth. Das ist ein altes und ein wahres Sprichwort. Wo blieben sonst die markigen Gestalten, die kräftigen Arme und die blühenden Gesichter der armen Gebirgsbewohner?

Die Tafeln der Grafen, Herzöge, Könige und Kaiser möchten brechen unter der Last der feinsten Leckerbissen. Sind diese Herren aber deshalb etwa die gesündesten und kräftigsten Menschen? Starb nicht schon mancher Fürst in der Blüthe seiner Jahre, im kräftigsten Mannesalter?

Möge der Arme darum nicht neidisch weder nach den Kapaunen, Austern und Torten, noch nach den Weinhumpen und Methgläsern der Reichen blicken. Bei zufriedenem Sinn und Hunger ist auch die einfache Kartoffel eine leckere Speise. Gaumenkitzel und Zungenweide sind ja oft nur eingebildete Dinge.

Dein Mahl aus einfachem Gemüse und Schwarzbrod erscheint vielleicht sogar manchem Reichen als genußreich. Möglicherweise haben ihm die allzu fetten Speisen den Magen geschwächt oder gar schon verdorben.

Einfache, aber kräftige Kost ist unter allen Umständen der Gesundheit am dienlichsten.

21. Zwei Brüder.