So trieben sie es alle Tage und wurden des langen und zugleich harten Winters nicht müde. Bei aller dieser Freude und bei all diesem Vergnügen vernachlässigten sie aber nie ihre Schularbeiten und ihre sonstigen häuslichen Beschäftigungen.
24. Stolz und Eitelkeit.
(Fortsetzung.)
Stolz und Eitelkeit verderben bei Kindern und Erwachsenen nicht blos den Charakter, sondern beflecken auch das Herz. Stolze und Eitle blicken mit Geringschätzung und Nichtachtung auf Arme und Gebrechliche, überhaupt auf Niedrigstehende herab. Ihr Gemüth verschließt sich aus lauter Dünkel und Hochmuth der Theilnahme, dem Mitleide, der Barmherzigkeit. Dabei werden sie in engeren und weiteren Gesellschaftskreisen unangenehm und darum lästig.
Welcher Verständige und Vernünftige möchte wol gern mit solchen eingebildeten Narren und hochfahrenden Thoren näheren und wol gar freundschaftlichen Umgang haben?
Der Hochmüthige lebt sich unbestritten und unleugbar auch selbst zur Last und Qual. Wie erregt und ärgert ihn jeder fremde Vorzug des Standes, der Bildung, der körperlichen Schönheit, der Kleidung, jedes fremde Lob, jede fremde Ehre oft auf Tage und Wochen hinaus! Wie mitunter peinlich ängstlich ist er früh und spät auf die Pflege seiner Haut, seiner Zähne, seiner Haare, vielleicht sogar seiner Nägel bedacht! Wie späht die Eitelkeit auf den Straßen und in Gesellschaften, sowie in Modezeitungen und andern derartigen Blättern nach der neuesten Form der Kopfbedeckung, dem neuesten Schnitte der Kleider, wol gar nach der neuesten Farbe der Handschuhe! An allen Orten und in allen Kreisen will sie gesehen und bewundert sein.
Welch ein unruhiges, trauriges Leben! Laßt uns lieber zu unserer Ehre und zu unserem Ruhme unsern schönsten Schmuck in Einfachheit und Bescheidenheit suchen und finden.
III. Arten der Zusammenziehung.
25. Ein Kampf.
(Zusammenstellend.)