Hauptwiederholungen.
(Zusammengesetzte Sätze und Satzgefüge.)
57. Im Winter.
Bruno setzte sich an das Fenster, Heinrich dagegen nahm am Tische Platz. Was sie zeither gespielt hatten, war ihnen langweilig geworden. Es ist ja bekannt, daß selbst das schönste Spiel endlich ermüdet.
Bruno ergötzte sich jetzt an dem wirbelnden Schneefalle, denn der alte Winterkönig schüttelte die silbernen Flocken mit vollen Händen herab. Heinrich baute aus Kartenblättern Häuser und Brücken, sogar eine Festung versuchte er zu errichten.
Ob sie heute noch Erlaubniß zum Schlittenfahren erhalten würden, war beiden Brüdern zweifelhaft. Sich draußen im frischen Schnee herumtummeln zu dürfen, wäre ihnen freilich sehr erwünscht gewesen. Wer je einmal diese Winterlust genossen hat, wird ihnen diesen Wunsch nicht verdenken.
Endlich trat der Vater ein, und sein heiteres Gesicht ließ die Knaben Hoffnung schöpfen. Was sie hofften, ging in Erfüllung.
Wen das Schlittenfahren reizte, der konnte gehen. Wem eine Schneebataille erwünscht schien, der hatte die Erlaubniß dazu. Wie sich überhaupt die beiden Brüder draußen vergnügen wollten, blieb ihnen überlassen.
So viel Freiheit hatten sie nicht erwartet, denn sie kannten die gewöhnliche Strenge des Vaters. Das aber ist die größte Freude, die uns unerwartet kommt.
Bruno und Heinrich eilten hinaus. Wo der Schnee am tiefsten lag, wußten sie schon. Wozu die Schneewehen für die Kinder da sind, war ihnen ebenfalls gar wohl bekannt. Daß sie auf der Pfarrwiese zahlreiche Gesellschaft treffen würden, ließ sich vermuthen.