Außerordentlich mannichfaltig sind die Verkehrsmittel, welche das Reisen ungemein erleichtern. Wer will, der kann jetzt binnen wenig Tagen in weit entlegene Länder versetzt werden. Es bedarf nur, daß er den Dampfwagen besteigt.
Das Verlangen, die weite Welt zu sehen, verallgemeint sich von Jahr zu Jahr. Wahrhaft erfreulich ist es, auf den Bahnhöfen täglich die große Menge Reisender zu sehen.
Trotzdem aber gibt es noch Leute genug, die lieber in behaglicher Ruhe auf ihrer Ofenbank sitzen bleiben. Sie ziehen den Glanz der blitzenden Thaler im Geldkasten, ihrem Abgotte, dem Anblicke der reizendsten Alpenlandschaft vor. Manche wieder sind geradezu zu faul dazu, ihren Gesichtskreis durch Aufsuchen von noch nie Gesehenem zu erweitern. Sie wollen lieber bleiben, wie sie sind. Wir aber sagen, daß dies eine Schande für sie ist.
Reise also, wer reisen kann. Das Reisen ist eine Lust, die kaum durch eine andere zu ersetzen ist.
V. Anführungssätze.
1. Wörtlich.
90. Die Bibel der Natur.
(Der Hauptsatz voran.)
Gleich der heiligen Schrift ruft uns auch die Natur zu: „Merke auf meine Rede!“ Der zuckende Blitz verkündet uns: „Alles Leben stehet in Gottes Hand!“ Die Lilie des Feldes tröstet: „Gott sorgt auch für dich!“
Das welkende Blatt legt uns die Worte an’s Herz: „Alles Irdische vergeht!“ Ernst murmelt uns das Bächlein entgegen: „Mein unaufhaltsames Dahinrollen ist ein Bild von Deiner Lebenstage Lauf.“