95. Am Krankenbette.

(Der Hauptsatz voran.)

Zwei Aerzte wurden an das Krankenbette eines Kindes gerufen.

Der jüngere Arzt meinte, die argen Kopfschmerzen des Kindes könnten von schlechter Verdauung herrühren. Dem hielt die Mutter des Kindes entgegen, von einem Magenübel ihrer Marie habe sie noch nie auch nur die leiseste Spur entdeckt.

Der ältere Arzt war der Ansicht, es läge hier eine Erkältung zu Grunde. Dazu bemerkte der Vater, das Kind sei seit länger als acht Tagen nicht aus der Stube gekommen.

Beide Aerzte einigten endlich ihre Ansichten dahin, der Kopfschmerz habe seine Ursache in einem bedeutenden Blutandrange nach dem Gehirn. Der junge Arzt schlug nun vor, die Patientin solle in naßkalte Tücher eingepackt werden. Der ältere dagegen äußerte, hier sei ein niederschlagendes Pülverchen ganz am Platze.

Um des lieben Friedens willen beschlossen endlich die zwei Herren, man wolle von beiden Mitteln Gebrauch machen.

96. Der Fund.

(Der Hauptsatz in der Mitte.)

Ein armer Dienstmann fand auf der Straße einen Brillantring. Endlich, murmelte er für sich, habe er doch einmal Glück gehabt. Der Ring, meinte er, sei wenigstens seine zwanzig Thaler werth. Der Verkauf desselben, dachte er weiter, könne keine großen Schwierigkeiten bieten. Er brauche ja nur damit, überlegte er kurz, zum nächsten Goldarbeiter zu gehen.