Da aber mischte sich sein Gewissen darein. Ein unehrlicher Finder, hielt es ihm vor, sei einem Diebe gleich zu achten. Einen Dieb aber, setzte es hinzu, nenne die Bibel ein schändlich Ding. Unrecht Gut, warnte es weiter, habe noch niemals Segen gebracht. Und der Allwissende, mahnte es noch, wisse dergleichen Schlechtigkeiten ans Licht zu bringen.
Dieser innern Warnung, äußerte der Dienstmann nach einiger Erwägung ganz laut, wolle er aber auch folgen. Somit ging er auf die Polizei und meldete den Fund an.
Wiederholung.
(Alle drei Fälle.)
97. Ochs und Esel.
Ein Ochse und ein Esel stritten sich um den Ruhm der größten Klugheit.
Der Ochse meinte, er sei unter allen Umständen der Klügste. Ihm sei die Weisheit gleich angeboren, behauptete der Esel. Schon seine breite Stirn, brummte der Ochs, müsse doch seine Gelehrsamkeit beweisen. Der Esel behauptete dagegen, er würde jedenfalls seiner Zeit das Pulver auch erfunden haben. Gerade diese Eingebildetheit müsse er für einen Beweis großer Dummheit erklären, höhnte der Hornträger.
Diesen unangenehmen Streit, meinten endlich beide, werde der Löwe am besten entscheiden.
Sie gingen zu ihm.
Der Löwe eröffnete ihnen nach kurzer Ueberlegung, sie gehörten beide zu den Narren. Keiner habe in der Dummheit etwas vor dem andern voraus, versicherte er. Das hätten sie, fügte er hinzu, gerade durch ihren Streit bewiesen.