104. Gewissenhaftigkeit.
Bevor ein guter Schüler die Feder zu irgend einer schriftlichen Arbeit ansetzt, sammelt er in seinem Kopfe erst den Stoff dazu. Nachdem dies geschehen ist, ordnet er denselben. Ehe er aber dann die fertige Arbeit dem Lehrer übergiebt, sieht er sie noch einmal gewissenhaft durch.
So oft ein Schüler dies thut, so oft wird er mit seinem Schaffen auch Ehre einlegen.
So gewissenhaft sollte der Mensch überhaupt in allen seinen Unternehmungen sein. Er muß stets ein bestimmtes Ziel ins Auge fassen, bevor er handelt. Er muß auch stets die möglichen Folgen seiner Thaten erwägen, ehe er die Hand an irgend ein Werk legt.
Gar Viele sehen ihre Thorheiten erst dann ein, nachdem sie vollbracht sind. Halte daher weisen Rath, so oft Du etwas Neues unternehmen willst.
Wiederholung.
(Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit.)
105. Das Wüstenungeheuer.
Bevor wir die mühsame Wanderung durch die Wüste ganz beendet hatten, sollten wir noch deren schrecklichstes Ungeheuer kennen lernen. Als die Sonne ihre Strahlen gegen Mittag sengendheiß herabschoß, bemerkten wir an unsern Kameelen eine gewisse Unruhe. Kaum hatten wir wieder eine Meile hinter uns, fühlten wir selbst eine eigenthümliche Schwere in der Luft.
Während wir noch darüber sprachen, schien sich in der Ferne der Himmel zu verdunkeln. Noch waren wieder nicht zehn Minuten vergangen, vernahmen wir auch ein fernes Brausen. Wenn aber dieses Zeichen auftritt, dann kann sich der Wüstenreisende auf Schlimmes gefaßt machen.