108. Ein Sprichwort.

Wie es in den Wald hineinschallt, schallt es wieder heraus. Dieses alte Sprichwort ist so verständlich, daß sein Sinn schon von einem Kinde erfaßt werden kann. Es ist aber auch so beherzigenswerth, daß man es auf die Zifferblätter der Uhren schreiben sollte.

Je gewissenhafter ein Mensch seinen Verkehr mit andern nach dieser Erfahrung regelt, desto weniger wird er über fremde Unbill zu klagen haben. Wie wir Andern begegnen, so pflegen diese uns entgegen zu kommen. Je freundlicher wir sind, desto mehr schützen wir uns vor Beleidigungen. Je theilnehmender wir uns erweisen, desto sicherer können wir auf fremdes Mitleid rechnen.

Muß sich ja doch der Christ vor allen Dingen zu seinen Mitmenschen stellen, wie sich ein Bruder zum Bruder stellt. Erscheint er doch überhaupt nie so edel, als wenn er im Sinne seines himmlischen Vorbildes handelt.

Manche Menschen treten freilich so rücksichtslos gegen andere auf, wie wenn sich die ganze Welt vor ihnen beugen müßte. Dadurch aber machen sie sich dermaßen verhaßt, daß sie endlich selbst verachtet werden. Ihr Schicksal verhält sich dann zu ihrem Gebaren, wie sich Ursache und Folgen verhalten.

Behandle also Deinen Nächsten, gleichwie Du von ihm behandelt zu sein wünschest.

b) Abgekürzt.

109. Auf der Wolfsjagd.

Mit allem Jagdgeräthe wohl ausgestattet, verließen wir unsere Behausungen. Einige Diener, reichlich mit Lebensmitteln versehen, folgten. Eine Wolfsjagd kann sich ja, wie alle Jagden auf wilde Thiere, sehr in die Länge ziehen.

Uns über den Jagdplan besprechend, erreichten wir den Wald. Berathen ist freilich leichter, als handeln.