Sowie der Frühling einzog, bauten wir uns ein Nest. Wohin wir es bauten, dahin konnte sich kaum ein Raubthier finden.
An einem schönen Herbsttage nun fliege ich, einigen Hunger verspürend, an einem Waldbache hin. Indem ich mich auf ein Tannenbäumchen niederlasse, bemerke ich am Stamme desselben rothe Beeren. Während ich mir dieselben noch betrachte, erblicke ich sogar dicht dabei einen fetten Mehlwurm.
Ueber meine Entdeckung höchst erfreut, fliege ich hinab. Zu meiner noch größeren Freude bemerke ich da, wo die Beeren hingen, ein bequemes Hölzchen. Nichts Schlimmes ahnend, setze ich mich darauf. Kaum aber berühre ich dasselbe, werde ich an den Füßen von einer Schlinge festgehalten.
Ich ringe natürlich mit allen Kräften, gleich einem Löwen im Netze, nach meiner Freiheit. Die Schlinge aber zieht sich dadurch so zusammen, daß sie mir die Beine zu durchschneiden droht.
Währenddem ich nun um Hilfe rufe, kommt ein Bube herbeigesprungen. Er rieb sich vor Freude die Hände, als er mich erblickte. Woher er kam, daher sah ich sonst selten einen Menschen kommen.
Dieser Bube steckte mich, ohne daß er nur das geringste Mitleid empfunden hätte, in ein Leinwandsäckchen. Wo er mich hinbrachte, da waren hartherzige Menschen. Sie kauften mich so gleichgiltig, wie wenn sie eine Schuhbürste gekauft hätten.
Nachdem ich jetzt in einen Käfig gesperrt war, übersah ich erst mein trauriges Loos!
Seitdem ich ein armer Gefangner bin, ist mein ganzes Lebensglück vernichtet. Woher ich gekommen, dahin darf ich nie zurückkehren. Die Freiheit aber ist ein zu edles Gut, als daß man sie ganz vergessen könnte. Vielleicht erlöst mich mein Schöpfer, von meinem Elende gerührt, bald durch den Tod aus dieser Qual.
4. Umstandssätze des Grundes.
a) Wirkliche Gründe.