(Hinweisende Fürwörter.)

Die Bäuerin Zuckerriedel zeigte sich ungemein abergläubisch. Sie war dieselbe, welche eines Tages ein armes Bettelweib mit dem Stallbesen forttrieb, weil sie glaubte, dasselbe sei eine Zauberin. Sie war auch diejenige, welche sich allemal bekreuzte, so oft sie über einen Kreuzweg ging. Alles dasjenige, was in ihrem Kuhstalle vor sich ging, brachte sie mit dem Einflusse guter oder böser Geister in Verbindung. Denjenigen Fremden, der über ihre Schwelle trat, beobachtete sie mit mißtrauischen Augen und bald stand Dieser und Jener, der etwa einen Blick nach der Stallthüre geworfen hatte, bei ihr in üblem Verdachte.

Ganz anders war ihr Nachbar, der Bauer Menzel. Derselbe, welcher allerdings die nöthige Schulbildung genossen hatte, erklärte frei und öffentlich: „Alles Dasjenige, was nach Aberglauben riecht, ist eine Lächerlichkeit.“

Ganz Dasselbe sagte er auch zu seiner Nachbarin. Diese aber entgegnete ihm: „Derjenige, der mir so etwas sagen kann, sollte nur meine selige Großmutter gehört haben. Diese, welche sonst nicht eben leichtgläubig war, hat mir wiederholt erzählt, wie derselbe dreibeinige Hase, welcher noch heute zuweilen unser Gut umkreist, früher nachts in der zwölften Stunde vor der Stallthür gewesen ist und dieselbe angeniest hat.“

„Nun so hört, was ich jetzt sage“, erwiderte Menzel. „Ich verspreche Demjenigen, der mir meine Ochsen, und Derjenigen, die mir meine Kühe behext, je zehn Thaler. Und dasjenige meiner Kinder, das von irgend Jemand beschrieen wird, soll diesem, bis dasselbe zwanzig Jahre alt ist, jedes Jahr einen Scheffel Weizen überbringen helfen. Das sage ich Euch und ganz Dasselbe will ich auch im ganzen Dorfe bekannt machen.“

Die Bauerfrau erschrack beinahe über diese Tollkühnheit. Aber obgleich sich Niemand fand, der sich jenen Preis verdiente, wurde sie von ihrem Aberglauben doch nicht geheilt.

39. Räthselfragen.

(Fragende Fürwörter.)

„Heute will ich einmal eine kleine schriftliche Wiederholung mit Euch vornehmen“, sagte ein Lehrer eines Tages zu seinen Schülern. „Ich werde indeß meine Fragen so stellen, daß sie wie eine Art Räthsel klingen. Schreibt also folgende Fragen auf und die Antworten dahinter:

Wer hat das höchste Lebensalter erreicht? — Welche Spinne halten viele Leute fälschlich für giftig? — Welcher Kaiser starb auf der Insel St.-Helena? — Welches Thier frißt zuweilen seine Jungen? — Welchen Menschen nennt man einen Narren? — Welchem Volke gehörte zuerst Paulus an? — Was ließ Pilatus über das Kreuz Jesu schreiben? — Was für eine Art Bienen hat keinen Stachel? — Was für ein Insekt vermehrt sich am zahlreichsten? — Wessen Beruf ist mit viel Lebensgefahr verknüpft? — Welcher Blume zollt man das Lob der Bescheidenheit? — Wem verdanken wir die Entdeckung Amerikas? — Wen schlug das deutsche Heer bei Sedan? — Welche Rose trägt keine Dornen?“