„Du mußt Dich nun ernstlich entschließen“, sagte ein Vater zu seinem Sohne, „was Du einmal werden willst. Du zählst bereits vierzehn Jahre und kannst nun wissen, welche Berufsart Dich am meisten anspricht.“

„Ich will die Gärtnerei erlernen“, erwiderte August, „da kann man doch immer im Freien arbeiten, schalten und walten.“

Der Vater erklärte sich damit einverstanden und brachte den Knaben zu einem Lehrherrn. Bald aber kam August wieder nach Hause und klagte, er müsse zu viel hacken, graben, harken und sich bücken und überhaupt zu viel arbeiten. Er wolle lieber Jäger werden, da könne er den grünen Wald durchstreifen, das muntere Wild verfolgen, auf weichem Moose ruhen; und wenn es auch einmal regne oder schneie oder stürme, das sei schon zu ertragen und solle ihn nicht verdrießen.

Der Vater ließ sich bewegen und bald studirte August in einem Forsthause.

Allein auch das Leben im Walde gefiel ihm nicht lange. Es war ihm unbequem, daß er früh zeitig aufstehen, seinem Herrn die Stiefel putzen und wichsen und die Kleider klopfen und bürsten mußte. Er beschloß jetzt, ein Fischer zu werden. „Ein Fischer“, dachte er, „kann alle Tage auf den klaren Wellen umhergondeln. Er braucht nur das Netz auszuwerfen oder die Angelschnur in das Wasser zu halten, und die Fische fangen sich von selbst.“

So wanderte August zu einem Fischer in die Lehre. Sehr bald indeß verdroß ihn auch diese Beschäftigung. Daß er rudern, steuern, Netze stricken und flicken und oft im Wasser waten müsse, hatte er sich nicht gedacht. Jetzt bat er seinen Vater, ein Koch werden zu dürfen. „Ein Koch kann Tag für Tag etwas Gutes essen und trinken“, meinte er. „Er kann nie vom Hunger geplagt werden. Er steht stets vor dem Feuer und kann nie frieren. Er braucht sich auch nicht sonderlich zu mühen und zu plagen, denn das Essen kocht ja ganz allein.“

Was aber geschah? Schon nach vier Wochen kehrte August klagend und jammernd auch aus dieser Lehre zurück. Jetzt hatte ihm wieder nicht gefallen, daß er Kartoffeln schälen, Möhren schaben, Gurken hobeln, Pfeffer stoßen, Kaffee mahlen, Geflügel rupfen mußte und dergleichen.

Da aber tadelte ihn sein Vater aufs ernstlichste und sagte: „Wenn Du so fortfährst und keine Lasten ertragen lernen willst, wirst Du es zu nichts bringen und Du wirst schließlich zu den Taugenichtsen gezählt werden. Darum gehe jetzt auf der Stelle wieder zu Deinem letzten Lehrherrn, bitte ihn um Verzeihung, lerne arbeiten und gehorchen und die kleinen Unannehmlichkeiten geduldig hinnehmen. Niemals aber vergiß, daß jeder Beruf seine Lust und seine Last mit sich führt.“

54. Ein Zwist.

(Das Hilfszeitwort.)