52. Das Brod.

(Leideform.)

Die Mittagsglocke wird geläutet. Der Tisch wird gedeckt. Wir setzen uns daran. Das Gebet wird gesprochen. Messer, Gabeln, Löffel und die Zähne werden in Bewegung gesetzt. Fleisch, Gemüse und Brod werden gegessen. Das liebe Brod! Es wird sowohl an der Tafel des Kaisers als am Tische des Bettlers genossen. Wohl des Tages dreimal wird Brod von uns gegessen. Wie selten aber denken wir daran, wie es erzeugt wird, wie viel Hände dabei in Thätigkeit gesetzt und wie viel Schweißtropfen dabei vergossen werden.

Zuerst muß der Acker gedüngt werden. Dann wird er gepflügt und geeggt. Darauf wird er von der Hand des Landmannes mit Samen bestreut. Erdklöse, die durch ein abermaliges Eggen nicht zerkleinert worden sind, werden nicht selten jetzt noch durch eine Walze zermalmt.

Durch geheimnißvolle Kräfte wird nun der Keim in dem Korn entwickelt. Die Saat geht auf. Durch Sonnenschein und Regen wird sie von Tag zu Tag größer gezogen. Die Halme werden kräftiger. Nach mehreren Wochen werden die Aehren angesetzt. Sie blühen. Durch den Blütenstaub wird das Korn befruchtet. Es entwickelt sich. Bald darauf werden die Halme von der Sonne gebleicht und die Fruchtkörnchen gehärtet.

Jetzt wird das Korn gemäht und in die Scheune gebracht. Hier werden die Garben ausgedroschen, die Körner gesiebt, gereinigt und in die Mühle gebracht. Dort werden sie gemahlen und somit in Mehl verwandelt. Das Mehl wird dem Bäcker überliefert und von diesem in einen Backtrog geschüttet. Hierauf wird es mit Wasser und Sauerteig vermengt und zu einem Teige geknetet. Dieser Teig wird nun eine Zeit lang der Gährung überlassen.

Ist die Gährung erfolgt, wird der Teig zu Kugeln geformt und diese werden in den heißen Backofen geschoben. Damit die Brode Glanz bekommen, werden sie mit Wasser überstrichen. Sind sie gebacken, werden sie endlich in die frische Luft gestellt, damit sie abkühlen. Jetzt erst ist das Brod fertig.

Daß doch kein Bissen Brod gegessen werden möchte ohne den Gedanken, daß es vom lieben Gott gegeben wird und daß unzählige Schweißtropfen vergossen werden müssen, ehe wir es auf unsern Tisch bekommen.

53. Die Berufswahl.

(Wiederholung der Formen des Zeitwortes.)