(Mittelwort der Vergangenheit.)
An einem vielbegangenen Feldwege stand ein gezimmertes Holzkreuz mit dem gekreuzigten Heilande. Das aus Kupfer getriebene, bemalte Bild zeigte hier und da durchlöcherte Stellen. Die beschädigten Theile rührten von den Geschossen einer unlängst hier geschlagenen Schlacht her.
Vor diesem entstellten und zersplitterten Krucifixe lag ein verwundeter Krieger. Sein abgezehrtes Gesicht zeugte von entsetzlichen Qualen. Sein umflortes Auge ließ auf einen baldigen Tod schließen. Der zerfetzte und beschmutzte Waffenrock, die verbogene Säbelscheide, der eingedrückte Feldkessel und der unverschlossene Tornister mit dem geleerten Brodbeutel vollendeten das Bild des Jammers.
Die abgemagerten Hände des gänzlich entkräfteten Kriegers falteten sich zum Gebete. Er hob den halbgebrochenen Blick zum sonnenbeleuchteten Kreuze empor. Seine erblaßte, vom Schmerze umzuckte Lippe lallte nur noch abgebrochene Worte. „Meine Mutter!“ war sein letzter Ausruf. Das erloschene Auge schloß sich und der tapfere Krieger war eine Leiche.
51. Ein Stück Kriegsarbeit.
(Mittelwort der Zukunft.)
Die zu stürmende Schanze lag auf einer bedeutenden Anhöhe. Die dabei zu überwindenden Hindernisse sahen drohend aus. Das zum Angriffe zu ordnende deutsche Heer schaute nicht ohne Besorgniß nach den zu übersteigenden Wällen empor. Das zu verwendende Geschütz und die zu benutzenden Sturmleitern standen bereit. Die zu verschießenden Bomben lagen hochaufgethürmt.
Jetzt wurden die zu besetzenden Punkte bezeichnet und die Orte der zu grabenden Minen erwählt. Der commandirende General war der Ansicht, das zu eröffnende Feuer müsse gleich mit allem Nachdrucke gegeben und das zu verwendende Pulver dürfe gleich anfänglich nicht geschont werden, damit die zu besiegende Schanzenmannschaft einen heilsamen Schrecken bekäme.
Der Kampf begann. Die Kugeln durchwühlten die zu erringenden Wälle. Die zu beseitigenden Palissaden stürzten von den schweren Geschossen und füllten die zu übersteigenden Gräben.
Endlich erfolgte der Sturm. Der zu überwältigende Feind wehrte sich tapfer. Die zunächst zu erobernden Vorwälle feuerten mörderisch. Aber umsonst. Der zu vollführende Befehl der Deutschen hieß: „Siegen oder sterben!“ Binnen einer Stunde war die zu nehmende Schanze in deutschen Händen.