Bald darauf besprach er sich mit seinem Vater. Der Vater entschloß sich zum Leihen des Bildes. Oskar verpflichtet sich dafür zum Copiren desselben. Er fürchtet sich nicht vor der Schwierigkeit.
Tagtäglich widmet er sich nun der Künstlerarbeit. Zwei Wochen quält er sich mit dem Anlegen der Figuren. Drei Wochen plagt er sich mit der Schattirung. Endlich ist die Copie fertig. Welch ein Genie spricht sich in ihr aus! Sie läßt sich kaum von dem Originale unterscheiden.
Der Vater betrachtet sie. Er giebt sich lange dem Staunen hin. Endlich spricht er zu Oskar: „Mein Sohn! Du neigst Dich ganz zur Kunst hin. Du sollst Dich ihr auch ergeben dürfen.“
103. Eine Verirrung.
(Rückbeziehung. Vierter und zweiter Fall.)
Der Korporal Schimmel befleißigte sich der größten Pünktlichkeit. Er entledigte sich aller dienstlichen Aufträge aufs sorgfältigste. Er entäußerte sich oft sogar seiner freien Zeit. Seine soldatische Ausbildung entzog sich jedem Tadel. Während seiner ganzen Dienstzeit durfte er sich keiner Pflichtverletzung anklagen.
Später wurde er Offizier. Leider schämte er sich nun seiner niederen Abkunft. Er erinnerte sich nicht gern mehr seiner armen Eltern. Er enthielt sich sogar des Besuchs derselben.
Erst nach vielen Jahren besann er sich eines Besseren. Er entschlug sich der stolzen Gedanken. Die dankbare Kindesliebe bemächtigte sich wieder seines Herzens.
104. Bestrafte Eitelkeit.
(Doppelte Ergänzung. Vierter und vierter Fall.)