Die steilen Abstürze, welche die meisten Rippen seewärts bilden, bieten dem Geologen schöne Entblößungen an. Ich habe deren besonders auf der Nord- und Nord-Westseite untersucht. Wegen der Kahlheit und dem Mangel bedeckender Erdschichten bietet aber auch das Innere der Halbinsel, in den Thalklüften, an den steilen, mauerartigen Gehängen der Jöche (da, wo diese in keinen Schuttmassen, Felsbruchstücken verborgen sind) fast überall eine reiche Gelegenheit dar, die geologische Structur zu erkennen.

Ich habe keine andern Gesteine, als Lava-Arten, nämlich trachytische, doleritische, basaltische Gesteine, nebst Trümmerbildungen derselben Steinart (Conglomerate) und Tuffe gefunden. Die Halbinsel ist also ganz vulkanisch zusammengesetzt und die Trümmerbildungen, die theils Gluthbrezzien, theils unter Wasser abgesetzte oder als Schlamm geströmte Gereibsel- und Tuffbänke sind, nehmen keinen geringen Antheil an dieser Zusammensetzung. Am massigsten kommt trachytisches Gestein vor in den mittlern Jöchen der Halbinsel, wo es leistenartig, oben schmäler werdend, als mächtiges Ganggestein emporragt. Die trachytischen sowohl, als die basaltischen Laven, welche man findet, sind bald dicht, bald mit wenigen, aber großen Blasenräumen versehen und diese sind bald leer, bald mit Kalkspath, Quarz, selbst Gypsspath ausgefüllt und verwandeln die Felsart alsdann in einen vulkanischen Mandelstein, bald sind sie ganz bimssteinartig porös. – Was zu Aden meine Aufmerksamkeit am meisten auf sich zog, da ich es auf Java zwar häufig in neptunischen Gebirgen, aber nie in vulkanischen Bergen gesehen habe, waren vertikale, bald gerade, bald im Zickzack verlaufende Gesteingänge, welche durch die übrigen Massen von Nord-Ost nach Süd-West hindurchsetzten, also fast in einer queren Richtung zur Hauptstreichungslinie des Schamshan verliefen. Sie bestanden bald aus trachytischem, porphyrähnlichem Gestein, bald aus Lava von einer mehr dichten, basaltischen Beschaffenheit und ragten hier und da, gewöhnlich aus losem Material (Reibungsconglomerat) als gewaltige Felsmauern oder Kämme hervor; ich bin daher geneigt, zu glauben, daß jene steil ansteigenden, oben zackig-geendeten Trachytleisten oder Rippen der Halbinsel auch weiter nichts, als solche, sehr massive, vertikale Gesteingänge sind. – Mehr im Umfange der Halbinsel, also am Fuße der Rippen, besonders auf der West-Nord-Westseite kommen ähnliche Steinarten in mehr ausgebreiteter, plattenartiger Form vor, nämlich als Lavabänke, die parallel über einander liegen und bald gleichmäßig nach außen, nach dem Meere zu geneigt, übrigens platt, bald gewölbeartig gebogen sind, in welchem letztern Falle dann ihr vertikaler Durchschnitt (die senkrechte Wand, die sie an der Küste bilden), ein zwiebelartiges Ansehn erhält. Die schönsten Entblößungen dieser bankförmig über einander gelagerten Gesteinmassen sah ich am Ufer der Back-Bai, besonders auf der Nord-Westseite der Halbinsel, in der Nähe des Eingangs in die Bai. Hier haben sie eine Mächtigkeit bald nur von 3, bald von 15 Fuß und wechseln sehr oft mit lockern Gereibsel- (Conglomerat-) und Tuffschichten ab, zum Beweise, daß sie 1) wie die spaltenfallenden Gänge und Bergleisten selbst, zu verschiedenen Malen und in verschiedenen Perioden, aber alle in tertiären oder vortertiären, nicht in historischen Zeiten unter dem Meere gebildet, theils als submarine Lavaströme ergossen, theils aus dem Wasser, als Trümmer-, Schlamm- und Tuffbildungen abgesetzt wurden, 2) daß sie eine ältere geschichtete (in Bänke gesonderte) Bildung sind, als jene vertikalen, meist trachytischen Gesteingänge, von denen sie durchbrochen und mit emporgehoben wurden. – Die meisten bankförmigen Gesteine, die ich sah, bestanden aus schwärzlicher, basaltischer Lava.

An manchen Stellen war diese Lava dünnschiefrig, abgesondert, in den mehrsten Gegenden aber in parallele Unterabtheilungen (Unterbänke) getheilt; diese waren zuweilen in verschiedenen Richtungen halbkreisförmig gebogen, – an manchen Stellen, wo das Gereibsel unter diesen Bögen fehlte, wo es weggewaschen oder weggekrümelt war, bildeten sie überhängende Buchten oder Gewölbe, unter denen Grotten übrig blieben, geräumig genug, um eine Anzahl Menschen zu befassen. An einigen Stellen liefen die Biegungen der plattenförmigen Abtheilungen dieser Lava sogar ganz kreisförmig zusammen und bildeten dann eine ausgezeichnet-kuglige, concentrisch-schaalige Absonderung. An vielen Stellen war diese Lava in allen möglichen, oft queren Richtungen, sowohl von dünnen Adern, als auch dickern Massen von Gypsspath durchzogen; auch fand ich Gereibselmassen, Steintrümmer, die durch dieses Mineral hier und da brezzienartig zusammengebacken waren.

Ihre so ungemein zerrissene, zackig-zerstückelte Beschaffenheit hat die Halbinsel wahrscheinlich erhalten durch die Wirkung der Meeresfluthen, so lange sie noch unter dem Meere lag, aus dem sie allmählig, in häufig wiederholten absatzweisen Hebungen emporstieg. Dadurch mußten die Conglomeratbildungen, die zwischen den senkrechten Gesteingängen lagen, da wo sie nicht von plattenförmig ausgebreiteten Lavamassen bedeckt und dadurch vor den Wogen geschützt waren, besonders leicht zerstört werden und dadurch wurde vielleicht die große Tiefe der Schluchten und die schroff hervorragende Leistenform der Berge zwischen ihnen bedingt oder vermehrt. In den Gegenden der Halbinsel, wo der innere Bau des Landes aus der vorhin bezeichneten bankförmigen (platten oder gebogenen) Absonderung besteht, was besonders im äußern Umfange der Insel der Fall ist, da ist die äußere Form der Berge flach oder wulstig, man sieht gleichmäßigere und sanfter gesenkte Gehänge. Auf dem verflachten Scheitel eines solchen Bergwulstes im west-nord-westlichsten Ende der Halbinsel haben die Briten ein kleines Fort erbaut, das dem Eingange in die Back-Bai, den es beherrscht, gegenüber liegt. Man kann dieses Fort auf einem bequemen, neu angelegten Wege besuchen, der vom Hotel, dem Landungsplatze aus, in entgegengesetzter Richtung, als jener zur Stadt führende, nämlich nach West leitet. Er läuft hart am Fuße der Berge zwischen diesem und dem Meere hin und schmiegt sich allen Unebenheiten der Küste an, die bald in Zacken hervorragt, bald in kleinen sandigen Buchten einspringt. Nach einer halbstündigen Erstreckung vom Hotel steigt er, um das Fort zu erreichen, hinan am Berggehänge, auf welchem sich die englischen Offiziere aus Holz, Bambus, Schilf und Dattelpalmblättern mehre luftige Wohnungen erbaut haben. Selbst kleine Gärtchen für Blumen und Gemüse haben sie versucht, in der Umgebung ihrer Schilfhäuser anzulegen und haben die fruchtbare Erde, die dazu nöthig war, Tagereisen weit aus entfernten Gegenden Arabiens kommen lassen. Denn der steinige Boden ist auf der ganzen Halbinsel überall so vollkommen nackt, daß man nirgends die Spur einer Verwitterungskruste findet und nicht einmal den Thallus einer Flechte auf den Felsen antrifft. – Doch habe ich auf meinen Ausflügen eine Anzahl kleiner Sträucher und Halbsträucher gefunden, für deren besondere Organisation dieser Boden gedeihlich scheint und die wild in losem Sande oder in Felsspalten wuchsen. Sie waren nicht höher wie ½-2, höchstens 3 Fuß hoch und bestanden aus 6 verschiedenen Arten, worunter ich eine stachelige Acacia, – eine halbstrauchartige Reseda, – Capparis spinosa, – und eine Euphorbia erkannte.

In den Bergschluchten sollen sich viele Füchse von grauer Farbe und selbst einzelne Hyänen aufhalten. Ich habe von thierischen Bewohnern außer einem Raubvogel (Falco pondicerianus) nur Ratten und zahme Esel gesehen.

Es schien mir nicht unwichtig, einige Beweisstücke über das vom geologischen Baue Aden's Mitgetheilte zu besitzen. Zu diesem Behufe schlug ich von den verschiedenen Felsarten Stücke ab, von denen ich jedoch nur eine Anzahl der am meisten bezeichnenden, vorherrschenden und auch von diesen nur kleine Exemplare habe mitbringen können.[25] Diese habe ich unter den folgenden Bezeichnungen und Nummern im naturhistorischen Museum zu Leyden deponirt.

Aden Nr. 1. Ein porphyrartiges Gestein. Eine gleichförmige Felsitgrundmasse, die nur dem bewaffneten Auge sehr feinkörnig erscheint, eben von Bruch, blaß-röthlich von Farbe, enthält vereinzelte, matte, wenig glänzende Feldspathkrystalle, die dem bloßen Auge wie unregelmäßige, eine Linie große weiße Flecke erscheinen, nebst vielen, kleinen, durch die ganze Gesteinmasse zerstreuten Magneteisentheilchen, die aber nur zum Theil mit der Loupe in Gestalt sehr kleiner Körnchen, auch kleiner Adern sichtbar sind. In noch kleinern, kaum mit der Loupe sichtbaren Theilchen kommt Eisenkies darin vor. Die ganze Gesteinmasse funkt zum Theil am Stahl. – Von einem der senkrechten Gesteingänge, im nord-östlichen Theile der Insel, unweit vom befestigten Thore auf dem Rande des Kesselthals. – Aden Nr. 2. Eine braunrothe Lava-Art. Eine dem bloßen Auge gleichförmige, nur unter der Loupe feinkörnige Grundmasse enthält vereinzelte glasige Feldspathkrystalle und ist von vielen engen Blasenräumen durchzogen, aber fest und compakt, weil die Gesteinmasse zwischen den Poren viel dichter ist, als diese weit sind. – Von Rippen des Schamshan. – Aden Nr. 3. Graues, im Bruche blättrig-splittriges, gleichförmiges, dichtes, mehr phonolith- als trachytartiges Felsitgestein, hier und da mit einem vereinzelten Ryakolithkrystall, oft in Platten brechend. – Dieses, so wie alle Gesteine Aden's sind sehr unscheinbar. – Aden Nr. 4. Dem vorigen gleichendes, nur noch dichteres, schwärzliches, basaltisches Gestein; in plattenförmige Stücke brechend, und auf den Absonderungsflächen mit dünnen Lagen von dichtem schwefelsaurem Kalk (Gyps) überzogen. Diese letztere Substanz ist nebst kohlensaurem Kalk für Aden sehr bezeichnend und kommt nicht nur in dieser, sondern in allen Felsarten der Halbinsel in Menge vor. Beinahe alle diese Felsen sind nämlich von vielen, meist sehr gedrängten, feinen, dem bloßen Auge oft gar nicht sichtbaren Rissen (Absonderungsspalten) durchzogen, und diese Risse sind mit papierdünnen oder höchstens eine Viertellinie dicken Schichten theils von kohlensaurem, meistens aber von schwefelsaurem Kalk erfüllt, der sich in Gestalt dünner Blättchen leicht vom Gestein ablösen läßt. In Folge von diesen (zum Theil mit Kalk ausgefüllten) vielen Rissen schilfern die Felsen außerordentlich leicht ab, es lösen sich Theile von ihrer Oberfläche und die Schutthalden am Fuße der Felswände werden größer. – Aden Nr. 5. Poröse Lava, die ihrer Structur nach der Nr. 2 vollkommen gleich, nur grau von Farbe ist. – Aden Nr. 6. Schwarze, von sehr kleinen, zahlreichen Blasenräumen durchzogene, ganz poröse, aber harte, feste und schwere Lava. – Aden Nr. 7. Dergleichen mit viel größern Blasenräumen durchzogene Lava. – Aden Nr. 8. Dergleichen Lava mit sehr großen, weniger gedrängten, nach einer horizontalen Richtung verlängerten Blasenräumen. – Nr. 6, 7 und 8 gehen durch Zwischenformen in einander über und bestehn aus einem und demselben, gleichförmigen, basaltischen Lavateige, in welchem auch das bewaffnete Auge fast keine Bestandtheile zu erkennen vermag. – Im nord-westlichen Theile der Insel, am Ufer der Back-Bai. – Aden Nr. 9. Hellgraue, fast weißliche, mit Alaun durchdrungene, unter der Loupe körnige Feldspathmasse, mit vielen kleinen, unregelmäßigen, zersetzten Hornblendekörnern, ohne Magneteisen. Es ist ein bröckliges, fast sandsteinartiges, innig mit Alaun durchdrungenes, von Gewicht schweres Agglomerat von Feldspath- und zersetzten Hornblendekrystallen. – Aden Nr. 10, a und b. Mehr oder weniger gebleichte Feldspathlaven, die wahrscheinlich lange Zeit der Einwirkung saurer Dämpfe bloßgestellt waren. a. Mit sehr vielen kleinen Krystallen von Magneteisen; viele von diesen sind sehr klein, nur unter der Loupe sichtbar und bilden hier und da auf den Absonderungsflächen ganze Anflüge, die dem bloßen Auge nur als schwarze, pulverige Flecke erscheinen. – Dieses Gestein giebt sich zu erkennen als identisch mit Nr. 1, nur in etwas verändertem, gebleichtem Zustande. – Schwefelbeschlag ist selten. b. Ohne Magneteisen; aus Feldspath und Quarzkörnern mit veränderter zersetzter Hornblende bestehend, innig und stark mit Alaun durchdrungen, ungleichförmig, körnig, gesprickelt, oft gestreift. Schwefelbeschlag hier und da. – Aden Nr. 11. Rothbraune, gleichförmige, dichte Felsitgrundmasse, hier und da mit einem Schwefelanflug und auf den Absonderungsflächen des zerspaltenen Gesteins mit dünnen, lamellenartigen, leicht abschilfernden Überzügen von kohlensaurem Kalk. An einigen Stellen befindet sich in dieser Felsart eine ½–2 Linie dicke Schicht von Thoneisenstein, die sich als eine gerade hindurchlaufende schwarze Ader darstellt. – Aden Nr. 12. Eine tuff- und brezzienartige Lava. Sie besteht aus dünnen, lamellenartigen, parallelen, horizontal hingezogenen, oft auch wellenförmig gebogenen Streifen einer feinkörnigen, schwärzlich-grauen Lava, die von einander getrennt sind durch eine Zwischensubstanz von weniger hartem, heller gefärbtem, gelblich-grauem Tuff, – und erscheint dadurch in horizontaler Richtung abwechselnd hell und dunkel gestreift. – War diese merkwürdige Lava ein vulkanischer, glühender Schlammstrom, durch den sich wirkliche geschmolzene Gesteinmassen hindurchzogen, ergossen unter sehr starkem Druck? – In den nord-westlichen Gegenden, am Ufer der Back-Bai. – Aden Nr. 13. Quarz und Chalcedon. Kommt bald an der Oberfläche in ¼–1 Zoll dicken Überzügen, oft traubig gestaltet, bald im Innern der Laven, die Blasenräume und Spalten derselben ausfüllend, vor. – Aden Nr. 14. Gypsspath. (Blättriger schwefelsaurer Kalk. Marienglas.) Bald die Spalten und Blasenräume der Laven füllend, bald die Felsmassen in ½–2 Zoll dicken Adern durchsetzend. – Ufer des nord-westlichen Theiles der Insel an der Back-Bai.

Was die Literatur über Aden betrifft, so sind die Hauptwerke unter den neuern Schriften nach Carl Ritter die folgenden: R. Forster, Short Topographical Description of the Cape of Aden; mit einer Karte; (in den Proceedings of the Bombay Geogr. Soc. May 1839. 8.) – Capt. S. B. Haines (welcher damals Gouverneur von Aden war) Memoir of the South and East Coasts of Arab. (im Journ. of the Lond. Royal Geogr. Soc. 1839. vol. IX). – Fr. Burr, Sketch of the Geology of Aden (in Transact. of the Geolog. Soc. of London, Sec. Ser. vol. VI. P. 2. London, 1842). – J. P. Malcolmson, Account of Aden (im Journ. of the Roy. Asiat. Soc. of. Gr. Britain. and Ireland. London, 1845, Nr. XVI, p. 1).

Außer den ältern Werken seit der Römer Zeiten und außer mehr vereinzelten Berichten bei neuern Reisenden, sind es besonders die hier angegebenen Schriften, aus denen Carl Ritter geschöpft hat. Seine Arbeit über Bab el Mandeb, Aden u. s. w. (Erdkunde XII, p. 664–707) ist so gründlich und umfassend, daß wenigstens für unsern Zweck kein erneuertes Studium der Quellen nöthig schien. Auch konnte ich mir nur die Abhandlung von Burr und Malcolmson verschaffen, die ich nachlas. Es sei mir daher erlaubt, nach diesen beiden Autoren und nach der allgemeinen Bearbeitung von Ritter Dasjenige hier einzuschalten, was ich in der kurzen Zeit eines Tages nicht selbst erfahren oder nicht selbst beobachten konnte.

Die Stadt Aden (auf der Ostseite der Halbinsel) war schon in den ältesten Zeiten als ein berühmter Seehafen und Handelstapelplatz bekannt. Sie kommt unter dem Namen Athana bei Plinius vor, – Madoce bei Ptolemäus, und ist der Hafenort Arabia felix des Periplus. Sie wurde wahrscheinlich schon bei der Salomon'schen Ophirfahrt besucht 670 vor Chr. und auf der Periplusfahrt (des Pseudo-Arrian) 330 v. Chr. – Unter Kaiser Constantinus in der Mitte des 4ten Jahrhunderts nach Chr. wurde eine Kirche zu Aden gebaut, und außer den Römern besuchten indische und chinesische Kaufleute häufig den berühmten Ort. – Edrisi erwähnt ihrer in 1150. Als Marco Polo in 1293 und Ebn Batuta in 1328 sich daselbst befanden, war sie noch der große, berühmte Markt für arabische Pferde und indische Gewürze. Im J. 1513 war Aden noch sehr blühend und so fest, daß Albuquerque mit seiner Flotte auf die Eroberung derselben Verzicht leisten mußte. In 1538 aber wurde Aden von den Türken unter Suleiman I. erobert und von Türken bewohnt und beherrscht bis 1630. – Theils durch diese Türkenherrschaft, – theils durch die veränderte Richtung des indischen Handels rund um die Südspitze von Afrika, – theils auch durch die geringe Civilisation und die Raubsucht der arabischen Stämme, welche sich in 1705 von Jemen losrissen und sich unter eignen, unabhängigen Sultanen in Besitz von Aden setzten, versank das alte Emporium immer mehr in Ruin; sein Reichthum und Glanz verschwand dermaßen, daß in 1839 die ganze Halbinsel nur noch 1000 Einwohner hatte, lauter arme Araber, die in elenden Hütten wohnten.