Als am folgenden Morgen (6ten October) der Tag zu grauen anfing, lag die gebirgige Küste Arabien's zu unsrer Rechten, ostwärts von uns, in undeutlicher Ferne, – links aber, in Westen, lagen in großer Nähe eine Menge großer, kleiner und sehr kleiner, meist kegelförmiger Inseln, die „Harnish Islands“,[30] deren meisten wir schon vorbeigesegelt waren, da wir sie hinter uns erblickten. Wir dampften nach Norden.

Kurz vor 7 Uhr befanden wir uns dem südlichen Ende einer größern Insel, Dschebel Zoogur (جبل لفور), unter 14° n. Br. gegenüber, die zu unsrer Linken liegen blieb (s. [Fig. 7]). – Wir brauchten mehr als eine halbe Stunde Zeit, um an der östlichen Seite der Insel vorbei zu dampfen. Ihre Länge konnte mehr als eine Stunde betragen. Sie war mäßig hoch und unterschied sich von allen Gebirgen, die wir auf dem Festlande von Arabien, so wie auf Socotora gesehen hatten, durch ihren zwar ungleich hohen, aber nicht ausgezackten Saum und durch die auffallend glatte Oberfläche ihrer Böschung, die sich auch ungleich sanfter, als die der Bergketten auf Aden herabsenkte. Übrigens war ihre umbragraue Farbe dieselbe, wie die der früher gesehenen Berge und war nur an einzelnen Stellen mit etwas Bräunlich-roth oder mit einem hellern Grau nüancirt. Nur vereinzelt in einigen Gegenden des Strandes bemerkt man gelbliche, falbe Sandstreifen. – Sie mußte offenbar ein Vulkan sein und die Gleichmäßigkeit ihrer Seitengehänge durch Überschütten mit Sand oder Überströmen mit Lava erhalten haben. Ein kleiner Kegel erhob sich auf ihrem linken Saume; er war glatt und dunkler gefärbt, als der Abhang, der sich vor ihm hinzog; außerdem aber sahen wir noch einen andern stumpf-abgestutzten, konischen Hügel, der mitten auf dem Gehänge der Berginsel auftauchte und der nebst dem vorigen nichts Andres, als ein seitlich aufgeworfener Eruptionskegel sein kann. Man sah, wie die Lava- oder Trümmerströme vom höher gelegenen Rande der Insel herab- und so recht um diesen Kegel herumgeflossen waren (vergleiche [Fig. 7]). Vegetation konnten wir nirgends entdecken.

Fig. 7.

Fig. 8.