Nur in manchen Gegenden, wie im Süden des Berges auf [Fig. 2], ist dem Hügellande ein flacher Strand von etwas größerer Breite vorgelagert; dieser ist dann gewöhnlich mit Rhizophoren bedeckt, die sich zungenförmig in's Meer hinausziehn und deren dunkele Stämme, da sie sich grell auf dem weißlichen Sandboden abzeichnen, man schon aus großer Weite in See unterscheiden kann.

Nachdem der Zweck unseres Anlegens auf Muntok erfüllt, nämlich die Postpackete abgegeben und ein für Palembang bestimmter Offizier an's Land gesetzt war, – setzten wir um 8½ Uhr die Cylinder unsrer Dampfmaschine wieder in Bewegung, schifften um die scharfbegrenzte, spitze Landecke herum, welche in West-Nord-West von Bangka in's Meer ragt und fuhren dann nach Norden weiter. Wir kamen so nahe an der Küste vorbei, daß wir Baumstämme, Felsen, Alles mit bloßen Augen deutlich unterscheiden konnten. Es zieht sich von jener Spitze ein verflachter, weißlich-falber Strand nach Norden und eine Menge rauher, wie angefressener Klippen von schwärzlicher Farbe ragen, bald einzeln, bald zu ganzen Kämmen, aus diesem Sande hervor, mit dessen Farbe sie einen grellen Contrast bilden; sie vereinigen sich hier und da zu kleinen Wänden und Felspartien und verschwinden dann unter dem Grün von struppigen, nicht hohen Wäldern, die Alles, was vom Lande sichtbar ist, bedecken und in denen man, an ihrem pyramidalen, tannenartigen Wuchse viele Casuarinen (Cas. equisetifolia L. = Tjĕmara laut) bald einzeln, bald zu ganzen Gruppen gewahr wird. – Ähnliche schwarze Klippen tauchen auch noch links aus dem Spiegel des Meeres auf.

Auch noch weiter nord- und nord-ost-wärts von Muntok behielt die Küste von Bangka, so lange wir sie sehen konnten, diese Beschaffenheit und ging einwärts in Landschaften über, die weder ebene Flächen, – noch mit eigentlichen Bergen besetzt waren, sondern die ein 30, 40–100 Fuß hohes, verflachtes Hügelland von felsiger, wenig fruchtbarer Oberfläche zu bilden schienen.

Von Sumatra war nichts zu sehen; der Manumbingberg, convex von Form wie ein gekrümmter Katzenrücken, trat, je mehr wir nach Norden avancirten, immer weiter unter den Horizont zurück – und kaum war die letzte Nordspitze Bangka's aus dem Gesicht verschwunden, als das anfangende stärkere Schwanken unseres Schiffes uns verkündete, daß wir uns auf freierem Meere, weiter von Landtheilen entfernt, befanden.

So heiter der Morgen gewesen war, so düster war die Wolkendecke, die den ganzen Tag lang alles Blau des Himmels vor unsern Blicken verbarg und die oft einen feinen Regen herabströmen ließ. Auch folgte eine eben so trübe Nacht auf den trüben Tag, während wir unter stetem, sehr starkem Schwanken des Schiffes unsern Cours nach Norden verfolgten. Das starke Schwanken des Schiffes bei gleichzeitiger Windstille scheint sich aus der Lage der See zu erklären, die wir durchschifften. Diese steht nämlich nach Nord-West hin offen bis weit in die chinesische See hinein und die Wogen aus dieser See, in der es vielleicht stürmte oder gestürmt hatte, rollten, in Beziehung auf den Cours unseres Schiffes, in fast querer Richtung zu uns heran.

Was die Form der höheren Berge auf Bangka betrifft, so würde man schon aus dieser Form, auch ohne eine nähere Kunde vom geologischen Bau der Insel zu besitzen, mit Wahrscheinlichkeit ableiten können, daß es weder trachytische Berge, die sich fast immer kegelförmig vorthun, viel weniger Vulkane sind, – noch auch erhobene Theile einer sedimentären Formation, weil die letztern sich immer als langgezogene Ränder darstellen oder als Ketten, die auf der einen Seite breit sind, sanft ansteigen und dann auf der andern Seite, vom höchsten Rande an, plötzlich fallen. Die Berge Bangka's sind aber breite, stumpfe Wülste und bestehen wahrscheinlich aus granitischen Gesteinen oder Porphyrarten, während das tiefe Land zwischen ihnen von granitischen und quarzigen Schuttmassen, Felsentrümmern (mit dem Zinnerz) erfüllt ist.

Wahrscheinlich hat Bangka seinen Zinnreichthum (im Diluvialboden, aus dem das Erz ausgewaschen wird) mit dem nahen Biliton, so wie mit vielen Gegenden der Halbinsel Malaka (den Staaten Kalantan, Pahang, Perak, Salangore) und einigen östlichen Landschaften von Sumatra (Tana Hualu, nord-westwärts von Bila, Asahan, vielleicht auch Delhi) gemein.

Literatur über Bangka:

J. Crawfurd, History of the Indian Archipelago. Edinburg, 1820.

Court, Exposition of the relations of the British Gouvernment with the Sultan and State Palembang.