Täglich liebt er die kleinen Heideschnucken zärtlicher. Ohne sie wäre er ja nie hierhergekommen. -- --

»Jachl!«

Dröhnend schallt es über die Heide: »Jaachl --« Hans Detel, der Landbriefträger, ruft's.

Jachl springt auf. Nicht fest wie sonst steht er auf den Beinen. Ein Brief aus Lüneburg! Hastig greift er nach dem ersten Schreiben, das im Leben an ihn gelangt. --

So fliegen einem also die Finger, wenn man einen Brief erhält! Er bekommt ihn so schwer auf, als erbräche er einen eisernen Kasten. Schweiß tritt ihm auf die Stirn. Da endlich:

»Lieber Jachl!

Wie geht es Dir? Mir geht es sehr gut. Ich bin Stubenmädchen im Hotel, wo Fremde kommen, die sich unsere Heide ansehen wollen, wenn sie blüht. Wir haben sie doch immer gesehen, das lohnt ja gar nicht. Lüneburg ist sehr groß, es soll aber viel, viel größere Städte geben. Ich möchte gern dahin. Schreibe mir bald einen Schreibebrief. Bist Du gesund? Ich denke alle Abende an Dich.

Dein herzliches Lieschen.«

Da ist schon wieder Jachls Krankheit: Herzklopfen und komisches Gefühl, bei dem man nicht weiß, soll man laufen oder sich still hinsetzen oder lachen oder weinen.