In einen Winkel des Hofes sind sie getreten. Lieschen ist kalkbleich geworden. Sie weiß nicht, was sie sagen soll.

»Es ist ja gar nicht sowas Schlimmes«, begehrt sie endlich fast zornig auf. --

Wut, Schmerz, Eifersucht reißen an Jachl. Zorn übermannt ihn. Sein Arm zittert. Er möchte die Hand heben und sie schlagen; er möchte sie erwürgen. --

Das Kind schützt Lieschen. So viel Verstand hat er behalten: dem Kinde will er nicht weh tun. --

Stumm, grollend stehen die alten Freunde einige Sekunden voreinander. --

Jachl hat gewußt, daß Mädchen Liebhaber haben, und daß sie Kinder bekommen, aber Lieschen, sein Lieschen! Er fühlt, etwas Gefährliches tobt in ihm. »Bin ich das denn? Wovon ist mir so rot vor den Augen? Nur fort, hier fort,« denkt er.

Als habe er ein Verbrechen begangen, läuft Jachl davon. -- --

Herz, du weißt nichts von Schäfer und König. Du weißt nur von Menschenleid und Menschenlust. -- --

Schon nach einer Viertelstunde verlangsamt Jachl seine Schritte. Nicht lange, und er schleicht nur noch. In der Brust tut ihm etwas furchtbar weh. Von einer Straße in die andere schiebt er sich ohne Ziel, ohne klare Gedanken. --

Grelles elektrisches Licht erinnert ihn, daß der Abend längst hereingebrochen sein muß. Ohne zu wählen betritt er eine Kneipe, einen Keller, der laut Aufschrift bis früh acht Uhr geöffnet bleibt. An einen langen Tisch setzt er sich neben halbtrunkene Männer.