In seiner arbeitsfreien Zeit spielt der Junge mit allem, was er in des Alten Nähe entdeckt. Und er findet beständig Neues und Schönes. Da stehen *z.~B. in der Stube, wie Soldaten aufmarschiert, viele Tabakspfeifen, ganz lange und ganz kurze. Schmauchen zu können wie der Ohm, das wäre fein. Jachl wird es auch lernen! Er muß es nur mal versuchen.
Vom Herde holt er Streichhölzer. Alles will er genau nachmachen.
Wahrhaftig! Die Pfeife brennt und das -- das ist ja richtiger Rauch und Dampf.
Stolz und strahlend geht der Jachl auf und ab in der engen Stube. Je mehr Qualm, desto stolzer wird er. Die Augen brennen ihm; er muß sie fest schließen. Er kann nicht sehen, daß nicht nur aus der Pfeife, sondern auch aus des Ohm Bett Qualm kommt. Ein Fünkchen nur ist aufs Stroh geflogen. Jachl zwinkert ein bißchen mit den Augen: Ist da nicht eine große, große Flamme?
Schnell reißt er die Tür auf und läuft davon. --
Auf demselben Heidefleck, der einst die Kiste mit dem ganz winzigen Jachl beherbergte, macht er halt. Ängstlich duckt er sich unter die Fichte. Schneelast und Stürme drückten deren Krone schon flacher. Sie recken sich nicht mehr ganz so grad und siegessicher in die Wolken, diese Äste, die meinen Jachl bereits kennen. -- --
Etwas Furchtbares muß er getan haben. Etwas, wofür sie ihn prügeln werden und schimpfen, wie niemals vorher. -- Nach einer Weile streckt er seinen schlanken Bubenhals in die Höhe und klettert auf einen hohen Steinhaufen. Aus des Ohm kleinem Häuschen sieht er große Flammen züngeln, und alle Leute laufen mit Wassereimern durch die Straßen. --
Jachls Herz klopft. Ganz kalt sind seine Finger. Er hört wie der Ohm und die Nachbarn ihn rufen: »Jachl -- Jachl!«
Soll er sich melden?
Je später sie ihn finden werden, desto besser für ihn. Das ahnt er. Aber immer lauter ruft die heisere Stimme, die er so genau kennt: »Jaachl -- Jaachl -- Ja -- achl!« --