[10] Die Unabhängigkeit macht uns stark und die Freiheit groß, Einwohner von Valparaiso erinnert Euch mit Dankbarkeit an die Patrioten von 1810.
[11] Ich glaube Caspicum annuum. Er ist roth, und wird in kleinen ausgehöhlten Kürbissen zum Verkauf gebracht.
[12] Deutscher, speziell bayerischer Landsmann! Drei Gläser Bier fünf Gulden! Welch ein Land! Aber die Chilenen trinken kaum dieses edle Getränke, und obgleich sogar das oben bezeichnete immer halbweg erträgliche Bier im Lande gebraut wird, wird es doch meist von Fremden consumirt. Es ist kein Scherz, wenn ich Folgendes erzähle. Ich habe an einem Abende der Heimath gedenkend einmal eine zweite Flasche Ale verlangt, aber man getraute sich nicht zu verstehen, so ungeheuerlich erschien dem Kellner dies Begehren. Er zeigte mir endlich die beigebrachte Flasche in der Entfernung, ob er auch recht verstanden, und später versammelten sich Neugierige unter der Thür, um den Mann zu betrachten, der zwei Flaschen solch bittern Zeugs ohne Schaden zu verschlingen vermöge. Kaum half es, daß ich mich als Deutscher zu erkennen gab.
[13] So besitze ich einen zierlichen, aus Baumbast gefertigten Poncho, der während meiner Anwesenheit in Valparaiso von einem von jenen Inseln kommenden Schiffer gebracht wurde, und welcher Spuren längeren Gebrauchs trägt.
[14] Der Pferdefreund fragt mich: Welche Race? Ich weiß es nicht. Das chilenische Pferd ist, ähnlich seinem Herrn, von Mittelgröße, eher aber kleiner als dieselbe überragend. Es ist zierlich und schlank gebaut und erinnert an die ungarische Race. Jedenfalls ist es zuerst von den Spaniern mitgebracht worden und auch die wilden Pferde auf der Ostküste Amerikas stammen von spanischen Pferden ab, aber wie es sich zur gegenwärtigen Race andalusischer Pferde verhält, ob und wie es verändert, vermag ich nicht anzugeben.
[15] Goma, eigentlich Gummi, Harz. In meinem Tagebuch finde ich bei der Goma de Mimbrilla verzeichnet: »ist auch in der Pharmacie bekannt,« aber ich habe hier nicht entwickeln können, woher der Name kömmt.
[16] Triaca, wörtlich Theriak, oder allgemeines Gegengift.
[17] Eine Akazien-Art mit langen Stacheln, welche erst später im Sommer sich belaubt.
[18] Cuesta heißt auch die Höhe eines Berges, wird aber häufiger noch als Abhang, als die abschüssige Seite des Berges gebraucht, während los altas den eigentlichen Gipfel, die Höhe bezeichnet. Die Chilenen gebrauchen vorzüglich den Ausdruck Cuesta, wie mir scheint, um das Hinderniß zu bezeichnen, was sich den Reisenden beim Uebersteigen entgegenstellt.
[19] Es giebt in Chile privilegirte Bettler, welche durch ein Messing-Schild an der Brust kenntlich sind. Meist Blinde oder solche Leute, welche keine Angehörige haben und absolut arbeitsunfähig sind. Ihre Zahl ist sehr beschränkt, und andere Bettler trifft man kaum.