Endlich begab sich der Chalife, mit seinen drei Söhnen und von dreitausend Seiden, Imamen, Scheichen und Kadis begleitet, Freitags den zehnten Februar zu Hulagu. 4. Ssafer/
10. Febr. Dieser empfing ihn ohne Merkmal des Zorns und begehrte kalt und ruhig, der Chalife möge Wort in die Stadt senden, dass die Einwohner die Waffen wegwerfen und zur Zählung herauskommen möchten. Der Chalife gehorchte und Bagdad's Einwohner gingen wie Schafe zur Schlachtbank, denn statt gezählt zu werden, wurden sie ungezählt Alle getödtet, der Chalife und seine Söhne in Zelte gewiesen vor dem Gülwadischen Thore, wo der Standort Keitbuka's. Drei Tage hernach begann die allgemeine Plünderung. 7. Ssafer/
13. Febr. Alle Paläste und Gebäude wurden niedergebrannt, bis auf einige wenige, ausdrücklich ausgenommene Häuser von Arkaunen, das ist nestorianischen Priestern und Fremden. Die Priester dankten diese Schonung vermuthlich Niemanden Anderem, als ihrer Glaubensgenossin, der ersten Gemahlin Hulagu's, der grossen Frau Tokus, der Keraitin, welcher im Lager Kapelle mit Glockengeläute gestattet ward. Unter den Fremden sind vielleicht fränkische Kaufleute gemeint, Venezianer und Genueser, welche sich zu Bagdad des Handels willen aufhielten.
Blutbad und Hinrichtung des Chalifen.
Freitags am fünfzehnten Februar begab sich Hulagu selbst in die entvölkerte, niedergebrannte, verheerte Stadt und ordnete auf den Ruinen derselben Feste an. Er liess den Chalifen vorführen und sagte ihm: Du bist der Gastgeber und ich der Gast; tische uns also auf, was du hast. Der Chalife zitterte und hatte aus Furcht alle Besinnung verloren, so dass er die Schlüssel zu den Schatzkisten, die er ausliefern sollte, nicht fand. Die Kisten wurden erbrochen und er brachte huldigend dem Sieger zweitausend Kleider und zehntausend Goldstücke nebst vielen Juwelen und anderen Kostbarkeiten dar. Hulagu würdigte das Geschenk keines Blickes und befahl, es unter die Emire und die nächste Umgebung zu vertheilen. Dann herrschte er weiter: Was über der Erde von deinen Schätzen, ist klar und offenbar; doch nun entdecke uns auch die unterirdischen. Der Chalife gab die unterirdische Cisterne an, bei deren Anblick sein Urgrossvater Nassir so oft seufzte, dass er dieselbe trotz seines Zusammenscharrens von Gold nicht damit ganz füllen, sein Vater Mostanssir, dass er dieselbe trotz seiner verschwenderischen Freigebigkeit nicht ganz leeren konnte. Moteaassim's Geiz hatte den durch des Vaters Freigebigkeit entstandenen Abgang wieder ausgefüllt. Hierauf wurde das Frauengemach des Chalifen gezählt; es waren siebenhundert Sklavinnen und tausend Verschnittene. Der Chalife, als er den Zählungsbefehl vernahm, bat um Schonung dieser, selbst von Sonne und Mond nie geschauten Schönheiten. Hulagu erlaubte ihm, hundert auszuwählen. Mit sinkender Nacht kehrte Hulagu aus der Stadt wieder in's Lager zurück und befahl dem Sundschak Nujan, die Schätze des Chalifen in Besitz zu nehmen; die seit einem halben Jahrtausend aufgehäuften Schätze wurden rings des Herrscherzeltes aufgeschichtet; die edelsten Wallfahrtsstätten, wie die Moschee des Chalifen, die Grabstätte Musa's, die Grabmäler von Rossafa, wurden geplündert; die noch übrigen Einwohner der Stadt baten durch Scherefeddin von Meragha und Schihabeddin von Sindschar um Schonung und Vergebung; da erging der Befehl, dass das Blutbad und die Plünderung aufhöre, denn Bagdad sei sofort des Padischah's Eigenthum. 14. Ssafer/
20. Febr. Hulagu zog nach einigen Tagen, der ungesunden Luft willen, sein Lager auf einige Entfernung von der Stadt zurück; dann liess er abermals den Chalifen in seine Gegenwart fordern. Der Chalife sagte zum Wesir: Was ist zu thun? „Unser Bart ist lang“, antwortete dieser in bitterer Beziehung auf das Wort des Diwitdar's, der, als der Wesir bei der ersten Aufforderung Hulagu's gerathen, sich mit einer reichen Ladung von Schätzen abzufinden, dem Chalifen sagte: „Der Wesir hat einen langen Bart“ (auf das arabische Sprichwort hindeutend: langer Bart und kurzer Verstand). Der Chalife bat nun den Ilchan um die Erlaubniss, sich in's Bad zu begeben, welche ihm Hulagu unter der Begleitung von fünf Mongolen gewährte. Ich wünschte nicht, sagte Moteaassim, die Gesellschaft von fünf Folterengeln, und declamirte einige Verse einer berühmten Kassidet, deren Anfang:
Wir wachten auf in einem Freudenhorte,
Voll Paradieseslust und Pracht;
Der Abend findet uns an einem Orte,
Woran wir gestern nicht gedacht.
Am selben Tage, wo Hulagu sein Lager von Bagdad zurückzog, 14. Ssafer/
20. Febr. wurde der Chalife, in einen Teppich eingewickelt, zu Tode gerollt und unter den Hufen der Pferde zertreten; drei seiner Söhne und seine fünf Begleiter wurden im Dorfe Wakf hingerichtet, und am folgenden Tage Alle die, so am Gülwadischen Thore zurückbehalten worden waren, getödtet; der jüngste Sohn des Chalifen, Mubarekschah, wurde der Gemahlin Hulagu's, der Frau Oldschai, zum Geschenke gemacht, welche ihm eine mongolische Sklavin zur Frau gab und an Nassireddin von Tus nach Meragha sandte. Am selben Tage mit dem Chalifen wurde der Wesir Alkami und der Staatssekretär, Vorsitzer des Diwan's, Fachreddin von Demaghan in die Stadt gesendet und Ali Behadir, der Steuereinnehmer, welcher das Heer während der Belagerung mit Lebensmitteln von Baakuba aus versehen hatte, zum Statthalter, der Emir Karakai Imadeddin von Kaswin zum Naib (Stellvertreter des Richters) ernannt; dem Nedschmeddin Ebi Dschaafer Amran, der den schönen Beinamen Meliki rast, d. i. des geraden Königs, führte, wurde die Steuereinnahme über das östliche Gebiet Bagdad's anvertraut, und dem Richter der Richter Nisameddin Abdolmumin die Aufrechthaltung der Polizei aufgetragen. Ilka Nujan und Kara Buka wurden mit dreitausend Mann zur Aufräumung des Schuttes und zur Beerdigung der Todten, zur Auferbauung der verheerten Gebäude befehligt; ein vergeblicher Befehl, denn das alte Bagdad erstand nie wieder in seinem vorigen Glanze; und als sechzig Jahre nach der Eroberung der Geschichtschreiber Wassaf Bagdad besuchte, war nicht der zehnte Theil der alten Gebäude und Bevölkerung vorhanden; dem Ibnol Alkami aber, dessen Verrätherei die Hauptursache des Ruins des Chalifats, und welcher nur drei Monate die Eroberung Bagdad's überlebte, ward noch allgemein geflucht, und an den Thoren der Moscheen und Medreseen war die Inschrift zu lesen: Gott verfluche den, der nicht fluchet dem Ibnol Alkami[303].
Gesandtschaften an Hulagu; Alkami's Tod; Bibliothekenruin.
Von Hille, das der Sitz der Seide, Prophetenverwandten, hatte der Vorsteher derselben, Medschdeddin Mohammed Ibnol Hasan Ben Taus (das erste Viertel dieses viertheiligen langen Namens heisst Glaubensruhm, das letzte Pfauensohn) durch einen Gesandten ein Schreiben unterwürfigen Inhalts an Hulagu gesandt[304]. Dieser entgegnete ihnen Diplom und Geschenke durch Tekele und Ali von Nachdschiwan, welcher als Gesandter, der Emir Alaeddin der Perser als Statthalter nach Hille gingen[305]. Ihnen folgte auf dem Fusse Buka Timur, der Bruder der Frau Oldschai, um sich Hille's, Wasith's und Kufa's zu bemächtigen. 10. Ssafer/
16. Febr. Die Bewohner Hille's kamen ihm freundlich entgegen und erleichterten seinen Marsch, indem sie Brücken über den Euphrat schlugen. Von den Bewohnern Wasith's, das sich nicht unterwarf, wurden vierzigtausend niedergemetzelt. Von Wasith zog Buka Timur gegen Chusistan, den Schereffeddin Ibnol-Dschewsi mit sich führend, um durch denselben die Einwohner der Stadt Schuster zur Uebergabe zu bereden. Bassra und die Umgegend unterwarf sich gutwillig, der Emir Seifeddin, der Bitekdschi, erbat sich hundert Mongolen als Sicherheitswache für die Grabstätte Ali's zu Nedschef; nach Verlauf von fünf Wochen war Buka Timur im Lager zurück. 19. Rebiulewwel/
26. März Ein Monat nach der Eroberung Bagdad's wurden die Gesandten des Fürsten der Ejubiden zu Haleb mit einem von Nassireddin von Tus aufgesetzten arabischen Schreiben zurückgefertigt; es lautete: „Wir haben gelagert vor Bagdad im Jahre sechshundert sechs und fünfzig und übel tagte der Morgen über die Bewohner, und wir luden den Besitzer ein; er weigerte sich; da ward an ihm das Wort erfüllt, und wir nahmen ihn gefangen. Wir laden dich ein zu Unserem Gehorsam; wenn du denselben verweigerst, ist's dein Verderben. Sei nicht wie der, der sich streitet um ein Aas, denn der Listige verliert, er weiss nicht was, sonst wirst du seyn von den Verworfenen, welche ihren Fleiss auf das irdische Leben wenden an, und die da wähnen, sie hätten Etwas für's Künftige gethan; Heil dem, der wahrer Leitung folgt!“ 11. Rebiulachir/
17. April Hulagu befand sich in der zweiten Hälfte Aprils wieder bei seinem schweren Gepäcke[306] zu Hamadan, wo er seine Gesundheit pflegte, da er unwohl. 16. Rebiul. II./
22. April Fünf Tage später erschienen Ilka und die anderen Emire zur Aufwartung; sechs Wochen hernach starb Moejeddin Ibnol Alkami, 2. Dschem. II./
6. Juni welcher wenigstens dem Namen nach die Wesirschaft von Bagdad beibehalten hatte; nach dessen Tode erhielt dieselbe sein Sohn Scherefeddin. Wiewohl der Name Ibnol Alkami's nichts anderes als der eines Verräthers auf den Zungen der glaubwürdigsten Geschichtschreiber, so erfordert es doch unsere Pflicht, als solcher auch des Ehrenvollen zu erwähnen, was eine andere, freilich nicht sehr glaubwürdige Quelle von demselben meldet. Der Verfasser des Sittenspiegels der Herrschaft[307], welcher sich im Seltsamen zu gefallen scheint, sucht ihn von aller Schuld der Verrätherei rein zu waschen, indem er den schlechten Ruf desselben einzig als Verläumdung und aus dem Hasse und Neide der nächsten Umgebungen des Chalifen, welcher ihm sein ganzes Vertrauen geschenkt, zu erklären bemüht ist; dass er des Vertrauens des Chalifen nicht ausschliesslich genoss, erhellt schon aus dem, dass sein Rath von dem seines Gegners, des Diwitdar's, überflügelt worden, und dass ihm Hulagu nach Bagdad's Eroberung den Titel der Wesirschaft liess, beweiset keineswegs, dass er kein Verräther. Wassaf, welcher ein halbes Jahrhundert darauf seine Geschichte schrieb, bestätigt die Worte Reschideddin's, seines Zeitgenossen, und entkräftet das angebliche Vertrauen, das jenem Sittenspiegel zufolge Hulagu in ihn gesetzt haben soll, durch das, was er bei dieser Gelegenheit über die löbliche Sitte mongolischer Herrscher sagt: die Verrätherei und Anschwärzerei zwar zu ihrem Vortheile zu benützen, aber den Verräther und Anschwärzer zu verachten; seiner Verrätherei aus Niederträchtigkeit und Leidenschaftlichkeit ungeachtet, kann Ibnol Alkami sehr wohl ein gebildeter, selbst gelehrter Wesir, grosser Gönner und Freund der Gelehrten gewesen sein, der eine Bibliothek von zehntausend Bänden besass, deren viele ihm gewidmet waren; selbst der grosse Gelehrte Nassireddin erscheint in nicht viel besserem Lichte, indem ihn gekränkte Eitelkeit zur Rache an dem Chalifen durch den Ruin des Chalifats anspornte, und so stehen der gelehrte Wesir und der gelehrte Astronom leider beide von Seite ihres Charakters und ihrer politischen Grundsätze in höchst ungünstigem Lichte vor den Augen der Nachwelt. Die zehntausend Bände der Bibliothek Ibn Alkami's wurden, wie die der anderen Bibliotheken Bagdad's, von den Mongolen entweder in den Tigris geworfen oder verbrannt; binnen zwei Jahren der dritte grosse, für Bibliotheken verderbliche Brand, in welchem zu Alamut, Medina und Bagdad die Werke östlicher Weisheit, welche die Welt erleuchten sollten, ein Raub der Flammen. Durch diesen dreifachen Bibliothekenbrand binnen zwei Jahren ging nur zu sehr in leidige Erfüllung die Vorbedeutung des um zwei Jahre früheren Brandes der arabischen Wüste.
Irbil's grosser, wohlthätiger Fürst; das persische Königstein; die Sternwarte von Meragha.
Nach Bagdad's Eroberung befehligte Hulagu den Oroktu Nujan zur Eroberung Irbil's, der zwischen dem grossen und kleinen Sab, zwei Tagreisen von Mossul gelegenen Hauptstadt des oberen Kurdistan's, welches durch die Bauten des erst vor acht und zwanzig Jahren[308] verstorbenen turkmanischen Fürsten Kewkebusi Ben Ebul Hasan Ali damals eine der blühendsten Städte des persischen Irak. Dieser edle Fürst, von welchem die europäischen Geschichtschreiber bisher nicht die geringste Kunde genommen, ist einer der wohlthätigsten des Islams und verdient als solcher sehr wohl seinen doppelten Ehrennamen Melik Moaasem Mosaffereddin, d. i. des grossgeehrten, durch die Religion siegreichen Königs. Täglich speiste er Arme und kleidete sie im Winter; alljährlich sandte er Commissäre in die Häfen, um Gefangene auszulösen, und nach Mekka, um die Pilgerkarawane mit Speise und Trank zu versehen. Zu Mekka führte er die erste Wasserleitung vom Aarafat und baute mehrere Wasserbehälter, zu Irbil gründete er ein Dutzend wohlthätiger Anstalten, mehrere solche, von denen weder vordem noch seitdem im Islam gehört worden; nämlich: ein Haus für Findelkinder, eine Anstalt für Ammen und Säuglinge, eine Versorgungsanstalt für Wittwen, ein gemeines Krankenhaus, ein besonderes Spital für Blinde, ein Karawanserai, in welchem die Reisenden nicht nur umsonst bewirthet, sondern auch noch ausserdem mit Reisegeld versehen wurden, ein Kloster, eine Medrese, an welcher Muderrise für die beiden Ritus Hanefi und Schafii, und endlich eine Moschee, an welcher alljährlich das Fest der Geburt des Propheten mit einer Pracht und einem Zulaufe von Menschen begangen ward, wie vordem und seitdem nirgends. Von Mossul, Sindschar, Dschesire, Nissibin strömten die Besucher, Prediger, Redner, Dichter, Koranleser, Ssofi nach Irbil; einen ganzen Monat vor dem Feste waren zwischen der Moschee und dem Kloster zwanzig, drei Stock hohe Dome aus Brettern aufgeschlagen, von deren Gallerien Dichter declamirten, Redner sprachen, Schattenspieler die Zuschauer unterhielten. Täglich nach dem Nachmittagsgebete begab sich Mosaffereddin zu diesen Domen, wohnte in der Nacht im Kloster dem Reigen der Ssofi bei und ging nach dem Morgengebete auf die Jagd. Am Geburtsfeste selbst ward eine unzählbare Menge von Kameelen, Rindern, Schafen unter Musik auf den Platz gebracht, geschlachtet, gesotten und gebraten, während der Nacht die Stadt erleuchtet und am folgenden Tage die Gäste an zwei grossen Tafeln, deren eine für die Vornehmen, die andere für das Volk, bewirthet; im Schlosse walzten die Derwische, von den Gallerien wurden die Hymnen des Gebets abgesungen, die Sänger, Prediger und Derwische reichlich beschenkt. Mosaffereddin wurde in der Nähe von Kufa, seine Gemahlin Rebiaa am Berge Kasiun bei Damaskus in der von ihr gestifteten Medrese bestattet. In keiner Schlacht besiegt, von keinem anderen Fürsten in Stiftungen der Wohlthätigkeit übertroffen, verdient dieser turkmanische Fürst von Irbil wohl den Namen des durch die Religion siegreichen, grossmächtigen Königs[309]. Das Schloss von Irbil erhebt sich auf einem vereinzelten Berge, während die Stadt in der Ebene. Tadscheddin, der Sohn Salaje's (des oben erwähnten Befehlshabers des Passes von Deriteng [Engthor]), war bereit, die Stadt zu übergeben; aber die Kurden gehorchten ihm nicht. Oroktu begehrte Hülfstruppen von Bedreddin Lulu, dem Fürsten Mossul's, der sie ihm auch sandte und den guten Rath ertheilte, den Sommer abzuwarten, weil dann die Kurden nicht mehr im Schlosse aushalten, den Gebirgen zueilen würden. Oroktu übergab die Belagerung dem Bedreddin, dessen Vorhersagung durch den Abzug der Kurden im Sommer erfüllet ward; er schleifte die Mauern. Hulagu schickte einen Theil der erbeuteten Schätze mit dem Siegesberichte seines Eroberungszuges an den Bruder Kaan, den grössten Theil derselben aber speicherte er in dem am See Urmia auf unbezwinglichem Felsen gelegenen Schlosse Tala (das heute Gurtschinkalaa heisst) auf; eine vereinzelte, auf drei Seiten unzugängliche Felsenmasse, welche den englischen Reisenden Porter an den Königstein in Sachsen erinnerte und welche ein Steiermärker die persische Riegersburg nennen würde[310]. Bedreddin Lulu, der neunzigjährige Fürst von Mossul, wartete dem Eroberer Persiens, für den er Irbil eroberte, zu Meragha auf; 7. Schaaban 654/
9. August 1258 ebenda Atabeg Saad, der Salghure, Herr von Fars, und die beiden seldschukischen Prinzen von Rum, Isededdin und Rokneddin. Hulagu war über jenen sehr ungehalten, weil er wider Baidschu Nujan sich zu schlagen gewagt. Um den Erzürnten zu versöhnen, stellte sich Isededdin zur Audienz mit einem Geschenke von einem Paar Pantoffeln, deren Sohlen sein Portrait eingestickt war, und mit der Bitte dar, dass der Padischah auf diese Weise ihn, den Sklaven, unter den Sohlen in den Staub tretend, adeln möge. Hulagu verzieh ihm, durch diese Schmeichelei besänftigt und auf die Fürbitte der Frau Tokus. Einen schönen Gegensatz zu dieser niederträchtigen Schmeichelei des Sultans von Rum bildet die Freimüthigkeit des Astronomen Nassireddin von Tus, welcher dem Eroberer in Erinnerung brachte, dass, als Chuaresmschah erobernd bis Tebris vorgedrungen, er auf die wider die Ausschweifungen seines Heeres vorgebrachten Klagen geantwortet: Ich kam als Welteroberer und nicht als Welterhalter[311]; Hulagu antwortete: Ich bin, Gott sei Dank! sowohl Welteroberer als Welterhalter und kein Schwächling, wie Dschelaleddin von Chuaresm. Den ersten Beweis von der Wahrheit dieses Wortes gab Hulagu durch den Bau der Sternwarte von Meragha, deren Grund jetzt gelegt, aber deren Bau erst unter der folgenden Regierung vollendet ward. Vier Astronomen[312] von Damaskus, Kaswin, Achlath und Mossul waren die Gehilfen Nassireddin's von Tus, der an dieser Sternwarte die ilchanischen Tafeln verfertigte, die, vollkommener als die früheren[313], ein bleibendes Denkmal des Ruhmes des Ilchans, Erbauers der Sternwarte und des an derselben beobachtenden grossen Astronomen Nassireddin's von Tus.
Herrscher Gross- und Klein-Luristan's