| 1 | At. | Harnstoff | C2 | N4 | H8 | O2 | - | - | = | 2 | At. kryst. Hippursäure. | ||||
| 1 | „ | Milchsäure | C6 | H8 | O4 | ||||||||||
| 2 | „ | Benzoesäure | C28 | H20 | O6 | = | 2 | C18 N2H18O6 | |||||||
| C36 | N4 | H36 | O12. | ||||||||||||
[10] Die Analyse der aus dem Harn beim Zusatz von Salzsäure sich abscheidenden Krystalle ist nicht gemacht worden. Ure’s Angabe, daß in Salpetersäure aufgelös’te Hippursäure beim Zusatz von Ammoniak sich röthet, ist übrigens falsch, sie beweis’t, daß die von ihm erhaltenen Krystalle Harnsäure enthielten.
49. Wenn wir uns den Akt der Umsetzung der Gebilde in dem Körper der Gras-fressenden Thiere, auf eine ähnliche Weise denken, wie bei den Fleisch-fressenden, so wird ihr Blut, in den letzten Produkten der Umsetzung, von allen Organen zusammengenommen, Choleinsäure, Harnsäure und Ammoniak ([S. 138]) liefern müssen, und wenn wir der Harnsäure eine ähnliche Wirkung zuschreiben wie der Benzoesäure in Ure’s Beobachtung, daß nämlich durch ihre Gegenwart die weitere Umsetzung eine andere Form annimmt, insofern ihre Elemente in die neuentstehenden Produkte mit aufgenommen werden, so ergiebt sich z. B., daß 2 At. Protein, zu welchen die Elemente von 3 At. Harnsäure und zwei Atome Sauerstoff treten, zur Bildung von Hippursäure und Harnstoff Veranlassung geben können.
| 2 | At. | Protein | 2 | ( | C48 | N12 | H72 | O14 | ) | = | C96 | N24 | H144 | O28 | ||||
| 3 | „ | Harnsäure | 3 | ( | C10 | N8 | H8 | O6 | ) | = | C30 | N24 | H24 | O18 | ||||
| 2 | „ | Sauerstoff | O2 | |||||||||||||||
| in Summa | C126 | N48 | H168 | O48 | = | |||||||||||||
| = | - | 6 | At. | Hippursäure | 6 | ( | C18 | N2 | H16 | O5 | ) | = | C108 | N12 | H96 | O30 | ||
| 9 | „ | Harnstoff | 9 | ( | C2 | N4 | H8 | O2 | ) | = | C18 | N36 | H72 | O18 | ||||
| C126 | N48 | H168 | O48. | |||||||||||||||
50. Wenn wir zuletzt festhalten, daß bei den Gras-fressenden Thieren, die stickstofffreien Nahrungsmittel (Amylon u. s. w.) eine bestimmte Rolle in der Bildung der Galle spielen müssen, daß zu ihren Elementen ein stickstoffhaltiger Körper nothwendig treten muß, um die stickstoffhaltigen Bestandtheile der Galle hervorzubringen, so ergiebt sich als das bemerkenswertheste Resultat dieser Combinationen, daß die Elemente des Amylons und die der Hippursäure, gleich sind, den Elementen der Choleinsäure, plus einer gewissen Menge Kohlensäure.
| 2 | At. | Hippursäure | 2 | ( | C18 | N2 | H16 | O5 | ) | = | C36 | N4 | H32 | O10 |
| 5 | „ | Amylon | 5 | ( | C12 | H20 | O10 | ) | = | C60 | H100 | O50 | ||
| 2 | „ | Sauerstoff | O2 | |||||||||||
| C96 | N4 | H132 | O62 | |||||||||||
| = | - | 2 | At. | Choleinsäure | C76 | N4 | H132 | O22 | |
| 20 | „ | Kohlensäure | C20 | O40 | |||||
| C96 | N4 | H132 | O62. | ||||||
51. Da nun die Hippursäure neben Harnstoff aus den Proteinverbindungen entstehen kann, wenn in die Zusammensetzung derselben die Elemente der Harnsäure aufgenommen werden ([S. 154]), da ferner Harnsäure, Ammoniak und Choleinsäure ([S. 138]) die Elemente des Proteins in einer nahe gleichen Anzahl von Elementen enthalten, so ist klar, daß, wenn beim Hinzutritt von Sauerstoff und den Elementen des Wassers, von 5 At. Protein die Bestandtheile der Choleinsäure und Ammoniak austreten, wir die Elemente der Hippursäure und des Harnstoffs übrig behalten, und wenn ferner bei diesem Austreten und der weiter vorgehenden Umsetzung die Elemente von Amylon sich gegenwärtig befinden und in die neu entstehenden Verbindungen eintreten, so erhalten wir eine neue Menge Choleinsäure, sowie eine gewisse Quantität gasförmige Kohlensäure.
Dies will also sagen, daß, wenn die Elemente von Protein und Amylon sich bei Gegenwart von Sauerstoff und Wasser neben und mit einander umsetzen, wir als Produkte dieser Umsetzung Harnstoff, Choleinsäure, Ammoniak und Kohlensäure und außer diesen kein anderes Produkt erhalten.