An Cigarren hätte ein Drittheil der beigeschafften Menge genügt, weil man in den bezeichneten Ländern gute Cigarren zu mässigen Preisen erhalten kann.

Von den mitgenommenen Medicinen habe ich in den fünf Monaten nur ein- oder zweimal Soda, Fiakerpulver, Opium und Salicyl, dagegen öfter die Leinen- und Flanellbandage sammt Kautschukpapier gebraucht.

Das Mitnehmen von hergerichteten Adressen, um selbe auf Ansichtskarten zu kleben, hat sich nur theilweise vortheilhaft erwiesen, weil die Postbehörden in Hinterindien und auch an manchen Orten in Japan Anstand erhoben, solche Karten mit aufgeklebten Adressen zu expediren. Die Briefe an die Reisenden sollen mit dem Namen derselben, ferner mit dem Namen des Dampfers, auf welchem dieselben die Reise unternehmen, mit dem Bestimmungsort und mit der Anweisung: »Agentur des Oesterreichischen Lloyd« adressirt werden.

Das Versehen aller Gepäckstücke mit dem Namen des Besitzers ist sehr wichtig und wird auf den Dampfschiffen gefordert.

Schlusswort.

So eine überseeische Reise verursacht eine unvergleichliche Freude, sie regt den Geist lebhaft an und kräftigt den Körper. Es ist eine wahre Lust, auf einem guten Dampfschiffe über das Meer hinzugleiten, wochenlang die gesunde Meeresluft einzuathmen, den freien Ausblick nach allen Richtungen auf den weiten Ocean und auf das Firmament in seinen verschiedenartigen Gebilden zu geniessen, ferner sich nach Belieben frei bewegen, lesen, schreiben, spielen und ruhen zu können, und endlich auch durch gute Mahlzeiten behaglich erfrischt zu werden. Treten auch hie und da Unannehmlichkeiten ein, sei es durch arges Schaukeln des Schiffes, sei es durch abnorme Hitze, so werden diese doch leicht überwunden, einerseits in der Betrachtung des schönen Bildes, welches das Meer eben dann darstellt, wenn es vom Sturme aufgewühlt wird, und andererseits in dem Genusse der erfrischenden Seewasser-Douchen und Wannenbäder.

Bereitet schon die Wasserfahrt ein hohes Vergnügen, so steigert sich dasselbe in vielfältiger Weise und in erhöhtem Masse bei den Besuchen der verschiedenen Handelsplätze durch Betrachtung, Beobachtung und Erforschung der sich dort entfaltenden neuen Formen und Gestalten und des fremdartigen Lebens; weiteres Eindringen in das Innere der Länder vermehrt nicht nur dieses Vergnügen, sondern ist auch von hervorragendem Interesse.

Aber nicht nur Lust und Freude erzeugt das Reisen, sondern es kann auch die Basis für einträglichen Erwerb, für ergiebigen Gewinn oder zur Erlangung einer dauernden und werthvollen Lebensstellung werden, und zwar nicht nur für Handels- oder Kaufleute, sondern auch für Aerzte, Ingenieure, Techniker, Mechaniker, Chemiker oder Elektrotechniker. Auf diese Weise wird sich die intelligente Bevölkerung, welche das Mutterland nicht immer hinreichend beschäftigen und entlohnen kann, eine gedeihliche Thätigkeit erwerben und dort mit den Waffen des Geistes und mit der Thatkraft der Initiative nicht nur materielle, sondern auch ethische Erfolge erringen.

Der Reichsraths- und Landtagsabgeordnete Baron Kübeck spricht sich in seinem am 28. März 1898 gehaltenen Vortrage über den überseeischen Handel in dieser Hinsicht dahin aus, dass Oesterreichs innere Kraft nur im lebhaften Wechselverkehr mit der Aussenwelt genährt und gestählt werden kann, während sie durch Isolirung unter den heutigen Verhältnissen verkümmern und verschrumpfen müsste. Rings um unsere Grenzen besteht Rührigkeit in den Handelskreisen für den Welthandel, und nur bei uns herrscht darin theils Unlust, theils Apathie. Es ist bekannt, dass heute viele Erzeugnisse österreichischer Provenienz durch die Vermittlung englischer oder auch deutscher Handelshäuser auf den transatlantischen Markt und dort unter fremder Firma an den Mann gelangen. Unsere Consuln wissen darüber sehr eingehende Schilderungen zu geben.

So wie überhaupt im Leben sich Lust und Unternehmungsgeist nur entwickeln können, wo genaue Kenntniss und klares Verständniss in der angestrebten Richtung vorhanden sind, so wäre es zur Belebung unseres Welthandels sehr angezeigt, wenn von den grossen industriellen und mercantilen Häusern der Monarchie geeignete Kräfte, die Lust und inneren Trieb dazu besitzen, in die fernen Länder entsendet würden, welche dort die Verhältnisse für Export and Import gewissenhaft zu recognosciren, die Handelsconjuncturen zu erforschen, sowie etwa Verbindungen anzubahnen und hierüber ihren Absendern genaue und erschöpfende Nachrichten zu geben haben. Daraus werden sich die richtigen Folgerungen ableiten lassen, es werden in günstigen Lagen sich Handlungshäuser oder Verkaufshallen etabliren und gewinnbringend werden, und diese Häuser werden die Pflanzstätte bilden für den Nachwuchs von tüchtigen Geschäftsleuten für den Welthandel. Unser Consul in Hongkong ist, wie ich schon anführte, bereit, den statistischen Nachweis zu liefern, dass sich die Kaufleute in der dortigen Gegend binnen etwa 30 Jahren Vermögen erworben haben.