In den späteren Jahren hat er jeden Winter lange Schneeschuhtouren durch die verschiedenen norwegischen Berggegenden gemacht; er hat auf seinen Schneeschuhen fast alle Thäler zwischen Skien und Trondhjem durchwandert, und es giebt wohl kaum Jemand, der so viel von Norwegen zur Winterszeit gesehen hat, wie er.
Kapitän O. C. Dietrichson
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GRÖSSERES BILD
Auf der Expedition gereichten uns die Kenntnisse, die er durch seine militärische Ausbildung erworben hatte, zu großem Nutzen. Er übernahm fast ausschließlich die Führung des meteorologischen Tagebuches, wie auch die ausgeführten Landmessungen und die angefertigten Karten sein Verdienst sind. Mit Selbstaufopferung und großem Eifer unterzog er sich dieser Arbeit, die um so anerkennenswerther ist, wenn man bedenkt, unter welchen Verhältnissen er arbeitete. Vollauf kann das wohl nur Derjenige verstehen, der es versucht hat, bei einer Temperatur von unter -30, seine Beobachtungen zu machen, und sein meteorologisches Tagebuch genau und pünktlich wie gewöhnlich zu führen, selbst wenn man todtmüde ist, und wenn von allen Seiten der Untergang droht, oder zu schreiben, wenn die Finger so von Frost angeschwollen sind, daß man kaum einen Bleistift halten kann. Ja, dazu gehört wahrlich mehr als das gewöhnliche Maß von Energie und Charakter! —
Kristian Kristiansen Trana war nicht mehr als 24 Jahre alt, als er sich der Expedition anschloß. Dies ist freilich ein bedeutend geringeres Alter, als wie ich es zu dergleichen Strapazen für zweckmäßig halte, aber er war muthig und stark und hatte eine ganz außerordentliche Lust zu dem Unternehmen. Auf Sverdrups Empfehlung hin besann ich mich deswegen nicht, ihn mitzunehmen. Ich sollte es auch nicht bereuen, obgleich er sein kräftigstes Alter sicher noch nicht erreicht hatte. Er wurde am 16. Februar 1865 in dem Oertchen Grinna geboren, ein wenig südlich von Trana, dem jetzigen Sverdrupschen Besitz. In seiner Heimath hat er sich hauptsächlich an Forstarbeiten betheiligt, außerdem ist er mehrmals zur See gewesen und hat infolgedessen ein wenig von der Welt gesehen. Er war ein tüchtiger, zuverlässiger Bursche, und wenn Kristian versprochen hatte, irgend etwas auszuführen, so wußte ich stets, daß es gethan wurde. —
Kristian Kristiansen.
Samuel Johannesen Balto ist ein in Karasjok ansässiger Lappe, er war 27 Jahre alt, als er sich auf die Expedition begab. Er war von mittlerer Größe und hatte eigentlich nichts ausgeprägt Lappländisches in seinem Aeußern. Er gehört zu den sogenannten Flußlappen, die gewöhnlich größer von Wuchs sind und stark mit Kvänen (Finnen) vermischt zu sein pflegen. Die meiste Zeit hatte er mit Forstarbeiten verbracht, mehrere Jahre hindurch war er aber auch mit auf Fischfang ausgezogen. Eine Zeitlang hatte er bei den Berglappen gedient und war beim Hüten der Rennthiere behülflich gewesen.
So war er u. a. eine kurze Zeit hindurch Knecht bei Ravna gewesen. Er war ein lebhafter, aufgeweckter Bursche, eifrig bei allem, was er vornahm; er unterschied sich hierin wesentlich von seinem Kameraden Ravna. Dabei besaß er eine große Ausdauer und war stets bereit, bei allem zu helfen, wodurch er für uns von großem Nutzen wurde. Mit seiner fließenden Zunge und seinem gebrochenen Norwegisch war er auch im wesentlichen das erheiternde Element unserer Expedition. —