Abgeschlossen in sich selbst, über den Erinnerungen nordischer Größe brütend, erhalten diese Leute ein seltsames Gepräge, das etwas ganz Eigenartiges hat, gleich wie die Inseln, auf denen sie wohnen.

Die Faröer sind durch vulkanische Thätigkeit entstanden und bestehen theils aus Basalt, der sich in geschmolzenem Zustand zu verschiedenen Zeiten in gewaltigen Strömen aus der Erde ergossen hat, wie die Lava heutzutage den Vulkanen entströmt. Diese Ströme sind gleichmäßig bis an alle Seiten geflossen und erstarrt, der eine über dem andern, und bilden jetzt eine Unzahl fast wagerechter Schichten, wie das überall an den Seiten der Felsen ersichtlich ist. Diese erhalten dadurch etwas eigenartig Gestreiftes und bilden häufig Absätze gleich mächtigen zum Gipfel aufsteigenden Stufen, der wagerecht abgeschnitten und oben flach ist.

Ursprünglich haben die Faröer wohl ein großes, zusammenhängendes Land gebildet, wie Island jetzt, aber der Basalt ist eine lose Steinart, die leicht verwittert. Im Laufe der Zeiten haben Regen, Frost, Eis, vor allem aber das Meer dazu beigetragen, das Land in diese Anzahl kleiner Inseln zu zerschneiden, die wir jetzt vorfinden.

Diese Ueberreste früheren Landes bieten aber einen unendlichen Reichthum an wilden, malerischen Formen dar. Besonders an der West- und der Nordküste, wo das Meer am gewaltsamsten eindringt und sich am stärksten einbohrt, sind sie am zerklüftetsten.

Die dunklen Basaltwände stürzen sich oft in einer Höhe von mehreren hundert, ja tausend Fuß ins Meer, häufig aber ragen noch einzelne Felsstücke mit vielen wunderlichen Gestaltungen vor denselben auf. Die Wogen brechen sich dagegen und schleißen sie mehr und mehr ab, vermochten aber doch noch nicht, sie ganz zu entfernen.

Der Felsen „Kodlen“ mit den Klippen „Risen“ und „Lyellingen“ an der Nordküste der Faröer.
(Von Th. Holmboe nach einer Photographie.)

Wenn das Meer mit seiner ganzen Gewalt auf die Insel steht, wenn diese dunklen, mächtigen Nordseewellen von weit her herangerollt kommen, ihre nassen Schwingen ausbreitend und einander in ununterbrochener Reihenfolge jagend, um sich dann mit donnerähnlichem Getöse in bestimmten Zwischenräumen in die Klüfte und Höhlen zu stürzen, die sie selber gegraben haben, wenn die Brandung tobt und sich weißschäumend an allen Ecken bricht, wenn der Gischt hoch über die Bergwände und bis ins Land hinein aufspritzt, da kann es wohl vorkommen, daß diese Inseln einen so stürmisch meeresfrischen Anblick gewähren, welchen zu schildern Worte nicht ausreichen.

Faröerscher Vogelfelsen.
(Von A. Bloch nach einer Photographie.)