Die Abreise schildert Balto folgendermaßen:

„Als wir die Stadt verließen und auf die Dampferbrücke gingen, waren da viele Frauen und Herren, die uns an den Dampfer begleiteten, um uns Glück wünschen zu können und Hurrah zu rufen. Diese Glückwünsche brachten uns die Leute in all’ den kleinen Städten dar, die zwischen Kristiania und Kristianssand liegen, denn sie glaubten, daß wir nie wieder zurückkehren würden. Es würde uns wohl so gehen wie Herrn Sinclar, der auf Raub nach Norwegen ausgezogen war.“

In Kopenhagen suchte ich Kapitän Holm, den Leiter der dänischen Frauenbootsexpedition nach Grönlands Ostküste, auf und erhielt von ihm allerlei werthvolle Auskünfte über die Eisverhältnisse in dem von ihm bereisten Theil der Ostküste. Hier traf ich ebenfalls den Handlungsgehülfen Maigaard, der in Gemeinschaft mit dem Amerikaner Peary eine Wanderung über das Inlandseis unternommen hatte (1886). Er war einer der äußerst Wenigen, die lichten Blickes in die Zukunft der Expedition schauten und nicht an der Möglichkeit einer Durchquerung Grönlands zweifelten.

In Leith traf ich dann, wie bereits gesagt, mit den übrigen Mitgliedern der Expedition zusammen, die sich scheinbar in bestem Wohlsein befanden und viele Freundlichkeiten von dort ansässigen Landsleuten empfangen hatten. Balto spricht in seinem Bericht von dem norwegischen Konsul wie von einem zweiten Vater, den er in Leith gefunden und der sie Alle ganz übermäßig traktirte. — Es scheint, als habe er an vielen Orten Väter gefunden!

Nachdem wir viele Beweise schottischer Gastfreundschaft in Empfang genommen hatten, begaben wir uns am Abend des 9. Mai an Bord des dänischen Dampfers „Thyra“, der in Granton (ein wenig nördlich von Leith) lag, und der uns nach Island führen sollte.

Die „Thyra“ gehört der Vereinigten Dampfschiffsgesellschaft in Kopenhagen und ist der eine der beiden Dampfer, welche eine feste Route zwischen Dänemark und Island bilden.

Um Mitternacht nahmen wir Abschied von den letzten Freunden, die uns auf die einsame Brücke das Geleit gegeben hatten, und steuerten ins Dunkle hinaus, um unsern Kurs nordwärts zu nehmen.

Fern in der Nordsee, umbraust von Meeresschlag und Wellenbrandung liegen einige kleine Inseln. Es sind die Faröer.

Vor mehr denn tausend Jahren entdeckten die Norweger sie und siedelten sich dort an, und seither gehörten die Inseln während langer Zeiten zu Norwegen, und norwegische Fahrzeuge kommen jahraus, jahrein dahin.

Die Zeiten sind längst entschwunden, nur ganz ausnahmsweise verirrt sich einmal ein Norweger nach diesen Inseln. Von aller Welt abgeschlossen führen die Bewohner dort draußen im Meer ein Leben für sich. Die Bevölkerung bildet einen kleinen abgesonderten und verschollenen Ueberrest einer längst entschwundenen Zeit, aber wenn wir Norweger zu ihnen kommen, werden wir trotzdem fühlen, daß wir aus einem Stamm entsprossen sind. Sie haben noch viel von dem alten norwegischen Volkscharakter und sprechen noch die alte norwegische Sprache, die wir selber längst vergessen haben.