[104] Daß der Schnee hier durch sein Schmelzen nicht viel dazu beitragen kann, die Sommer verhältnißmäßig kalt zu machen und so bis zu einem gewissen Grad den Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter auszugleichen, so wie dies gewöhnlich der Fall ist, geht daraus hervor, daß das Schmelzen selbst im Hochsommer nur sehr gering ist.
[105] Wie bereits erwähnt, geht kein Schmelzprozeß vor sich, der die Schneemassen auf der Oberfläche verringern könnte. Dies Schmelzen kann folglich auch nicht zu einer Verringerung der Temperatur durch Bindung der Wärme beitragen, da die gebundene Wärme durch den Nachtfrost wieder abgegeben wird.
[106] Man könnte möglicherweise auf den Gedanken kommen, daß die Verdampfung der Schneefläche auch im wesentlichen Grade zu dem Herabsetzen der Temperatur beitragen müsse. Ich bin jedoch der Ansicht, daß das Verdampfen in der kalten Temperatur verschwindend sein muß, da die Luft über der Schneefläche, wie wir nachgewiesen haben, in der Regel sehr mit Feuchtigkeit gesättigt ist und da häufig Niederschläge stattfinden.
[107] Um die konstante Jahrestemperatur zu finden, braucht man gar nicht tief in die Schneeschicht einzudringen.
[108] Also auch aus diesem Grunde kann ein Inlandseis in der Nähe des Randes nicht so dick sein wie weiter nach Innen hinein, da die Temperatur der Oberfläche hier geringer ist. Dies Verhältniß wird jedoch durch die stärkeren Niederschläge am Rande ein wenig ausgeglichen.