GRÖSSERES BILD

[97] Während diese Abhandlung im Druck war, hat der norwegische Geologe H. Reusch in einem Vortrag in Kristiania die von ihm gemachte Entdeckung mitgetheilt, daß sich in Finnmarken glaciale Scheuerstreifen von paläozoischen Schichten befinden; ob es Perm oder Silur ist, weiß man nicht genau.

[98] Ein anderes Verhältniß, das eine solche Annahme scheinbar stützen könnte, ist der Umstand, daß Neu-Seeland durch eine Verschiebung der Achse in einen höheren Himmelsstrich kommen und ein kälteres Klima erhalten würde. Dies fällt merkwürdigerweise mit dem Resultat zusammen, zu dem man gekommen ist, daß nämlich Neu-Seeland zwei Eisperioden gehabt hat, und zwar gleichzeitig mit Nordamerika und Europa, während dagegen die patagonische Eisperiode früher stattgefunden hat, ja sogar in der allerletzten Tertiärzeit (spät-pliocene Zeit), als der Nordpol möglicherweise näher an die asiatische Seite herangelegen hat, als dies jetzt der Fall ist (siehe darüber unten).

[99] Die Observationen weisen ein schwaches Wachsen der Polhöhe für das erste Quartal des Jahres 1889 nach und eine beginnende Abnahme in dem zweiten, die sich dann bis zum Januar d. J. fortsetzt und 0,5″–0,6″ beträgt. (Astron. Nachr. 1889, Bd. 124.)

[100] Der Italiener Fergola hat die zuverlässigen Breitenbestimmungen zusammengestellt, welche eine Veränderung der Polhöhe konstatiren, und kommt zu dem Resultat, daß die Veränderungen, berechnet auf 100 Jahre, sich belaufen auf: in Greenwich −2,4″, Washington −2,8″, Mailand −2,5″, Neapel −2,4″. (Atti de Societa di Napoli. Accad. d. science, Vol. 5, 1873.)

[101] In wie weit die Pflanzenversteinerungen miocen sind, müssen wir freilich dahingestellt sein lassen.

[102] Diese Untersuchungen werden in den nächsten Heften des Archivs für Mathematik und Naturwissenschaften (Bd. 14 u. 15) veröffentlicht werden.

[103] Die Moränenablagerung, die wir am 28. September (Bd. II., S. 165) sahen, hat hiermit nichts zu thun; es war eine gewöhnliche, zwischen zwei Eisströmen gebildete Mittelmoräne.