Zum Nutzen und Frommen dieser Expedition wurden von Dänemark ausgesandt: 11 Pferde, ein Kapitän, ein Lieutenant; als Gemeine sollte Paars die „Entrepidesten der Godthaaber Garnison“ auswählen.

Daß diese Expedition, welche die erste und in ihrer Anlage gleichzeitig die großartigste aller derjenigen ist, die ausgegangen sind, um das Innere Grönlands zu erforschen, in der Form, in der sie ursprünglich geplant wurde, zu keinem Resultat gelangen konnte, liegt auf der Hand. Die Pferde[6] starben theils unterwegs, theils in Godthaab, und man wird gar bald zu der Einsicht gelangt sein, daß es keine so ganz einfache Sache sei, quer durch das Land zu reiten.

Nichtsdestoweniger unternahm Paars im darauffolgenden Jahr eine Entdeckungsreise bis an das Inlandseis. „Am 25. April 1729 um 12 Uhr ging der Kommandeur mit Lieutenant Richart und Assistent Jens Hjort sowie 5 Gemeinen im Namen des Herrn zu See und hißte die Segel unter Sturm und Schneegestöber.“[7]

Sie segelten weit in den Ameralikfjord hinein, ungefähr 10 Meilen, „worauf ich,“ schreibt Paars,[8] „gegen Bezahlung zwei der dort ansässigen Landsleute mitnahm, um uns den Weg zu zeigen.“

Es ist ein ganz eigenthümliches Zusammentreffen, daß diese erste Expedition den Versuch machte, durch genau dieselbe Gegend auf das Inlandseis zu gelangen, wo die letzte Expedition herauskam. — Ueber diese Eiswanderung berichtet Paars in seinem Rapport an den König mit folgenden Worten:

„Nachdem wir zwei Tage marschirt hatten, gelangten wir am dritten gegen Mittag unter den Eisberg, als wir aber einige Stunden mit großer Lebensgefahr bergan vorgerückt waren, wurden wir im weiteren Vordringen durch die vorhandenen großen Klüfte gehemmt.“ (Hier folgt eine Beschreibung derselben.)

„— — Da wir sahen, daß jegliches Vorwärtsdringen unmöglich war, setzten wir uns auf das Eis nieder, feuerten nach dänischer Weise 9 Schüsse aus unseren Gewehren ab und tranken mit einem Glase Branntwein auf das Wohl unseres allergnädigsten Königs an einem Ort, an welchem dasselbe noch niemals getrunken wurde, welche Ehre auch dem Eisberg bis dahin niemals widerfahren ist; nachdem wir eine Stunde gesessen und uns ausgeruht hatten, kehrten wir wieder zurück.“

Als das „Remarquabelste, das zu sehen war“ führt Paars in erster Linie „große Steine“ an, „die oben auf dem Eise lagen“. Diese, meint er, müßten „absolut durch heftige Winde und Wetter hergeführt sein, wie sie dort in unglaublichem Maße herrschen, denn das Eisgebirge ist anzusehen, als wenn man in das wilde Meer hineinschaut, wo kein Land zu sehen ist, so ist auch hier nichts zu sehen als Himmel und das blanke Eis. Ferner war das Eis, auf dem wir gingen, scharfkantig wie der weiße Zucker-Kandis, so daß man, wenn man über das Eis vordringen will, eiserne Sohlen unter den Schuhen haben müßte, so schlimm war es, auf dem Eise zu gehen.“

Dies ist das Wichtigste von dem, was Paars selber über seine Thaten und Beobachtungen auf dem Eisberge berichtet. Hieraus ist zu ersehen, daß die Resultate der Expedition in keinem passenden Verhältniß zu den großartigen Vorbereitungen stehen. Wunderbar mag es erscheinen, daß Paars, der nicht weit von dem Ort, an dem wir herunterkamen, auf dem Eise gewesen sein muß, keine Stelle fand, wo er, falls ihm sehr daran gelegen gewesen wäre, weiter hätte vordringen können.

Am 7. Mai langte man wieder in Godthaab an nach der „fatalen und sehr beschwerlichen Reise“.