Als wir am Morgen ins Freie kamen, waren die Hänge unter dem Gråfjell und Ble bis auf die Almwiesen hinab weiß. Hier unten hatte es die ganze Nacht bis gegen Morgen geregnet; aber wir wollten die Hasenjagd trotzdem versuchen.
Am Björsee fing Sang an Laut zu geben, und bald hatte er einen jungen Hasen aufgestoßen, der sich aber noch drückte.
Als wir nach langem vergeblichem Treiben den Moorrand entlang wateten, wo er liegen sollte, fuhr Sang mit der Schnauze in ein Tannendickicht neben mir — der Hase sprang heraus, ein helles Gekläff Sangs, der Hühnerhund auch hinterdrein — vier Schüsse von Andres und mir — und der Hase lag.
Einige Birkhühner fanden wir auch, aber dann gab es nichts mehr, und wir machten uns auf den Heimweg. Es hatte zuviel geregnet.
Auch hier begannen Schneeflocken zu fallen, und wir waren noch nicht weit über Rustaholte hinausgekommen, als der Boden schon ganz weiß war. Bald lag der Schnee mehrere Zoll hoch.
Der Hühnerhund zog an. Es ging weiter und weiter über ein Moor und eine Halde hinan. Im Schnee war keine Spur zu sehen. Was konnte es sein? Ein Vogel mußte es sein. Aber der war hier gelaufen, bevor der Schnee gekommen war. Endlich stieg ein großer Auerhahn auf.
Auf Grönli wollten wir zwei Hasen holen, die wir dort im Kuhstall aufbewahrt hatten. Auf der Wiese lag tiefer Schnee wie mitten im Winter, und im Wald fiel er dicht und still.
Alles Leben war verschwunden. Die Drossel, die gestern, trotz des trüben Wetters, so geschäftig und so vergnügt gewesen war, war jetzt fortgezogen. Auf dem Heimweg nach der Ormanhütte waren wir und die Hunde die einzigen lebenden Wesen im Gebirge. So einsam wird es in solchem Schneewetter.
Doch still, was war das? Wahrhaftig, Sang gab Laut trotz des Neuschnees über den Spuren. Und nun wieder! Und bald begann das klingende Treiben über den Grönlialmen.
Ich sah den Hasen weit draußen, ganz grau in dem weißen Schnee. Aber der Hase will jetzt nur ungern aufs offene Feld hinaus. Am liebsten schlüpft er ins Dickicht.