Wir traten behutsam auf und vermieden es, den Fuß auf einen Zweig zu setzen. Lautlos glitten wir zwischen den Bäumen vorwärts.

Es wurde etwas heller, aber noch war es still. Wir mußten noch ein Stück gehen und so lange warten, bis der Wald mit den ersten Singvögeln erwachte; dann wußten wir sicher, daß wir nicht zu früh zur Balz kamen und störten.

Jetzt rief draußen im Osten der Kuckuck, und auf der andern Seite im Süden von uns polterte ein Birkhahn. Aber den Auerhahn hörten wir nicht. — Dann kam das erste Morgengezwitscher, es war ein Rotkehlchen. Nun ließ sich aber auch die Singdrossel hören, — und beruhigt konnten wir weitergehen....

Wir schlichen weiter und weiter vorwärts, aber kein Schnalzen von einem Auerhahn. Die Birkhähne polterten, daß es klang, wie wenn siedendes Wasser in einem Topf brodelte. Nicht weit von uns lachte und rief der Kuckuck übermütig wie ein Verrückter. Singdrossel, Rotkehlchen und alle andern Morgenvögel sangen aus voller Kehle.

Ja, jetzt war der Wald erwacht. Welcher Morgenjubel! Es war, als wollten sich alle für den Regen und Sturm der letzten Tage schadlos halten. Nur der Auerhahn schwieg still. Was war mit ihm los?

Da, platsch! Ein großer, schwarzer Vogel stieg aus der Tanne vor uns auf. Da hatte er gefußt, ohne zu spielen — und das an einem solchen Morgen. Was in aller Welt mochte da los sein?

Lange standen wir mucksmäuschenstill. Es war Gefahr, daß der abstreichende Hahn auch die andern Hähne zum Schweigen bringen würde.

Wieder schlichen wir ein Stück vorwärts. — — — Da endlich ein Schnalzer, nicht weit von uns; noch mehrere, schneller und immer schneller, und dann ein Glucksen, das volle Spiel war im Gang! Das ging nun so weiter, aber nicht regelmäßig.

Doch halt, dort links, etwas weiter entfernt, war noch einer; der spielte frischer und regelmäßiger. Das beste war, ihn anzuschleichen. Es war noch dunkel. Wir mußten behutsam gehen und uns gut vorsehen, damit wir auf keinen Zweig traten.