Oder haben trotzdem die Völker die Kraft zur Erneuerung?
Die Welt hat früher gesehen, daß Völker, die für ihr Dasein, für die Freiheit — aber nicht für die Macht — kämpfen, sich herrlich entfalten können, wie die Griechen, wie Athen nach dem Kampf gegen die Perser.
Aber die Welt hat auch gesehen, daß, wo ein Militärstaat, ein Sparta oder ein Rom, den Sieg davontrug, der große Niedergang der Kultur begann.
Ja, wer weiß, was kommt — und was nützt es, darüber zu grübeln?
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Es geht schnell und leicht nach Osten. Ich komme über die Glitra, die nach dem Gudbrandstal fließt, und wandere weiter aufwärts. Das einzige lebende Wesen ist hier und da ein Morinell (Eudromias morinellus), der zwischen den mit Heidekraut bedeckten Rücken davonläuft.
Bald erreichte ich die Wasserscheide zwischen der Glitra und dem Musvollfluß, der nach Nordosten in den Atnesee fließt. Es öffnete sich auch eine breite Talsenke ostwärts mit Aussicht nach Sollien und dem Glommental. Im Norden aber thronten über allem die Berge von Rondane. Können vielleicht sie dort oben von ihrer Höhe in die Zukunft hineinschauen?
Ja, sag du mir, Diger-Ronden, was du siehst..... Die Zukunft, das Kommende, ist es denn nur Finsternis?
Oder vielleicht verbrennt das Alte und Verbrauchte, damit Neues an seine Stelle treten kann? Aber woher soll dieses kommen?