Bleibt Kraft genug zurück, um das neue Geschlecht fortzupflanzen? — —

Tausendmal die gleiche Frage, aber der unstete Gedanke erhält keine Antwort. Es ist, als ob alles versage und versinke. Wir fühlen uns todkrank.

Doch nein, welche Genesung in diesen Bergweiten! Man sieht sich wieder gesund und stark an diesen Bergen, wie sie daliegen in ihrer breiten sicheren Größe, fest, unverrückbar, wie sie die wechselnden Zeiten an sich vorübersausen lassen, während sie unverändert bleiben.

Wenn abgelebte Kulturen einiger Völker zugrunde gehen, so ist das wohl kein unersetzlicher Schaden. So etwas ist schon früher geschehen, und noch leben die Menschen.

Sieh diese gewaltigen Gebirgsformen! Hier liegt die Erde, wie sie eben vom Eise verlassen wurde, wie sie jahrtausendelang gelegen hat. Sie birgt Möglichkeiten für neue arbeitende Geschlechter. Sorge dich nur nicht! Wenn die, die waren, einander auffressen konnten, so ist es wohl gut, daß neue kommen.

Aber woher sollen diese kommen? Wo finden wir die frischen unverbrauchten Geschlechter?

Nein, wieder geht es im Kreise. Aber ich wollte ja zum Atnesee hinunter.....

Nach und nach tauchte etwas Birkengebüsch an den Talhängen auf. Der Hund zog mehrmals vor Hühnern an, und die ängstliche Schneehuhnmutter ging auf und lief mit hängenden Flügeln vor dem Hunde fort, um ihn zu sich heranzulocken, weg von den Jungen. Ja, ich habe die Schneehuhnmutter mit gesträubten Federn gerade auf den Hunderachen zulaufen sehen, um auf ihn einzuhacken, wenn der Hund das Junge nehmen wollte.

Das ist Mut und Opferwille bis zum Tode. Können wir Menschen ihn besser für unsere Nachkommen und für das Vaterland beweisen?

Weiter unten begegnete ich einer Herde Jungvieh, die am Flusse weidete. Ohne auf den Hund zu achten, stürmten sie auf mich ein und umringten mich, pusteten und schnauften und kamen mit dem Maul an meine Hand heran, um sich streicheln zu lassen und Salz zu bekommen, als ob sie lange Zeit keine Menschen gesehen hätten. Sie sind also menschenfreundlich genug..... und wir?...