Sie folgten mir ins Tal hinab, so sehr ich sie auch wieder ins Gebirge hinaufzuscheuchen versuchte.

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Auf der Björnhullhalde kam ich zu der ersten bewohnten Alm. Ich ging ins Haus, um ein Schnitzmesser abzugeben, das ich unterwegs gefunden hatte. In der Stube saß die Frau und nähte; der Mann verspeiste gerade einen Fisch, den er im Bergsee gefangen hatte.

Sie hatten sechs Kühe und einige Ziegen auf der Alm; das Gehöft lag zu oberst im Atnetal, und der Mann war, wie er sagte, der nächste Nachbar von Hög-Ronden.

Auf ihrem Berghofe ernteten sie nichts als Heu und vielleicht noch etwas Grünfutter. Der Anbau von Korn war nicht möglich, auch nicht der von Kartoffeln. Was sie davon brauchten, mußten sie aus dem Tale holen, und es waren jetzt teuere Zeiten. Aber man durfte trotzdem nicht klagen, sie bekamen genug.

Ja, in seiner Art war es ein mühseliges Leben, und der Winter war streng und lang — aber das Leben so hoch oben im Gebirge ist auch gesund. Die Luft ist rein, das Wasser gut, und wir sind frisch an Leib und Seele, und so können wir, wie gesagt, nicht klagen.

Ich erwiderte, es sei erfreulich, so etwas zu hören. Es gibt viele, die über die Lage des Bauern klagen, nicht zum wenigsten oben in den Gebirgstälern. Manche Täler sind ja in den letzten Zeiten ziemlich entvölkert worden; besonders die Jugend wandert nach Amerika aus oder zieht auch in die Städte. Sie finden es zu Hause zu mühselig; die Ansprüche ans Leben sind gestiegen. Was aber noch schlimmer ist, das Leben ist ihnen zu langweilig geworden. Sie wollen lieber in der Stadt hungern und frieren, denn dort gibt es so vieles, was anlockt.

Oh, er könne nicht sagen, daß es hier im Tal so schlimm gewesen sei. In der letzten Zeit hätten sich sogar mehrere neu angesiedelt. Es habe doch auch keinen Sinn, in diese häßlichen Städte zu ziehen, wenn man im Gebirge sein eigener Herr sein und sein freies Leben haben könne.