Ich hatte die Erlaubnis erhalten, das Boot des Besitzers der Musvollalm zu benutzen; in ihm fuhr ich auf die andere Seite des Sees hinüber, wo eine neue Ansiedlung sein sollte.
Eine gute Strecke aufwärts vom See fand ich endlich auch die Rodung mitten im Wald. Zwei Männer hatten sich zusammengetan und hatten hier vor zwei Jahren angefangen urbar zu machen. Sie hatten schon einen guten Gerstenacker und Kartoffeln, und die Bäume waren auf einer großen Fläche gefällt. Die Wurzeln staken noch im Boden, und noch genug Arbeit war zu tun. Aber der Boden war gut, vielleicht etwas trocken, mit Sand darunter. Eine gemütliche kleine Hütte war schon gebaut, und auch der Stall war beinahe fertig. Als ich kam, saß der eine Mann auf dem Dach und legte Planken.
Ja, er könne mich über den See nach Brenn rudern; er könne auch sofort aufbrechen, müsse aber nur noch einmal ins Haus und sich etwas herrichten. Er war verheiratet, sein Kamerad aber war noch ledig. Sie hatten sich 16000 Quadratmeter Land gekauft, konnten einige Kühe und ein Pferd halten und verrichteten im übrigen in der Hauptsache Waldarbeit.
Es stärkt den Glauben an die Zukunft, wenn man hoch oben im Gebirge eine solche neue Ansiedlung sieht. Der Anbau werde sich gut lohnen, meinte er; die Heuernte sei in den meisten Jahren gut, die Kartoffeln gediehen auch. Weniger gut stehe es mit dem Getreide, aber sie schnitten es als Grünfutter, was sich auch lohne. Dann hätten sie Fische im See und im übrigen, wie gesagt, Arbeit genug im Walde. Hier sei es wahrhaftig nicht schwer zu leben.
Die Ruderstrecke über den Atnesee beträgt etwa 8 Kilometer.
Welcher Friede! Dort an der Nordseite liegt das schöne Nesset, wo einer der wenigen großen Männer Norwegens, der Mathematiker Cato Guldberg, gewohnt hat. Das war ihm ähnlich, sich gerade hier niederzulassen. Diese einfache, aber großartige Natur entsprach seinem Wesen.
Breit und sicher liegen die Häuser oben auf dem grünen Wall, der sich bis an den See hinunter erstreckt; sie leuchten rot im Walde. Zu beiden Seiten ziehen die flachen Waldhänge bis zum kahlen Gebirge hinan.
Erst am Abend gelangte ich nach Brenn an der Atnebrücke und bekam für die Nacht Quartier. Das Zimmer ging auf den Fluß hinaus. Das Wasser des Falles donnerte unter der Brücke. Es stürzte in eine schöne Fischgumpe hinab, die verlockend aussah. Kreis um Kreis stießen die Forellen auf der blanken Wasserfläche oberhalb der Brücke. Die Nacht war still und warm. Das war viel für ein Fischerherz, aber — es hieß weiterziehen. Es war das beste, sich schlafen zu legen.
Am nächsten Morgen fuhr ich im Wagen vom Atnetal über den Bergrücken hinab ins Vulutal und weiter nach Sollien.