„Da schnappt etwas, aber ich bin gewiß auf Grund geraten.“
Ich nahm die Angelrute, es schien wahrhaftig so zu sein, aber im selben Augenblick sauste die Schnur vom Roller. Da war nicht der Grund gefaßt, nein, die kleine Bambusrute stand krumm wie eine Peitsche. Ich bremste aus Leibeskräften, mußte aber den Fisch gehen lassen und die Schnur immer länger und länger geben. Es war ihm nicht zu widerstehen. Ich zog ein, sobald es sich tun ließ, dann zog der Fisch aber wieder hinaus, so stark, daß der Roller pfiff. Wahrhaftig, es mußte ein großer Fisch sein.
Der Bursche fragte, ob er nicht ans Land rudern solle; da müßte der Fisch doch leichter hereinzubekommen sein; die Schnur werde jetzt so lang.
„Bist du verrückt? Halte dich in der Mitte des Fjords und über der tiefsten Stelle. Laß mich nur nicht auf den Grund kommen; denn dann können wir dem Fisch gleich Lebewohl sagen. Rudere aufwärts, soviel du kannst, damit wir nicht in den Strom hineintreiben.“
Wir waren in die Nähe des Ausflusses gekommen und spürten die Strömung.
Nach einer Weile wurde der Fisch schwächer, und ich konnte die Schnur etwas einziehen; aber bald zog er wieder weiter weg, er hatte also noch Kraft genug. Dann ging er in die Tiefe. Ich stemmte mich dagegen, soviel es anging; die Schnur und das einfache Vorfach wurden sehr angespannt. Hierauf zog ich wieder ein. Die Geschichte wiederholte sich in einem fort.
Endlich kam er näher, quer vors Boot. Wir sahen ihn in seiner ganzen Länge; er war wirklich groß. Dann schwamm er noch mehrmals weg und wurde wieder hereingeholt; er kam schließlich ganz unter das Boot, und wir mußten rasch wenden, um von ihm loszukommen.
Endlich ergab er sich einigermaßen und fing an, den Bauch zu zeigen; aber wir hatten keinen Landungshaken, und der Kescher war viel zu klein, um ihn hereinzuholen. Der Bursche versuchte es, er hielt den Kescher unter den Schwanz. Als er ihn aber hob, glitt der Fisch heraus und fuhr in die Tiefe. Ich bekam ihn wieder herauf, ein neuer Versuch wurde mit dem Kescher unternommen. Viermal passierte die gleiche Geschichte.
Dann bekam ich den Hecht wieder an die Bootseite. Noch einmal hält der Bursche den Kescher unter den Schwanz, während ich den Kopf mit der Schnur an dem Bootrand heraufziehe. Dann hopp, wir heben und wälzen ihn herein, und da liegt der Fisch auf dem Boden des Bootes. Die Freude war groß; wahrhaftig ein starker Fisch, er mochte etwa achteinhalb Kilo haben.
Ein unheimlicher Anblick war es, wie er da im Boote lag und den Rachen aufsperrte. Ja, dieser Hecht ist eine Großmacht, die personifizierte Machtgier. Sieh nur den großen Rachen mit den häßlichen Zähnen!