Ja, erwiderte er, das sei wohl möglich. „Aber das Angeln taugt nichts zwischen Neumond und abnehmendem Mond, denn da gehen dem Hecht die Zähne ins Zahnfleisch und verschwinden ganz. Nur bei abnehmendem Mond und bei Neumond kommen die Zähne wieder hervor, und dann beißt er an, wie man sich leicht vorstellen kann.“
Im übrigen, meinte der Schuhmacher, gebe es im See große Hechte; vielleicht könnten wir einen von den größten erwischen. Aber mit den Geräten, die wir hätten, sei er nicht leicht ans Land zu bringen. „Denn er ist schlau!“
Ich mußte diesem Mann, der so viele prächtige Kinder hatte, einige anerkennende Worte sagen. Die wir sahen, waren wirklich schön, und frisch sahen sie auch aus.
„Es tut not, daß die Leute hier im Tal viele Stiefeln zerreißen, wenn du so viele Kinder zu ernähren hast.“
„Ach,“ sagte er, „mit dem Auskommen würde es hapern, wenn man bloß von der Schuhmacherei leben sollte; da könnte man Hungers sterben. Man kann nur in den freien Stunden Schuhmacher sein, im übrigen müssen wir vom Walde leben.“
Dann stiegen wir ins Boot und fuhren zum See hinauf. Ein achtzehnjähriger Sohn des Schuhmachers ruderte. Wir hatten aber scharfen Gegenwind, deshalb ging es sehr langsam vorwärts, und wir fingen nichts. Erst als wir am oberen Ende des Fjords den Wind in den Rücken bekamen, ging es schneller, und sofort biß auch ein Fisch bei einer der Damen an. Nach einer Weile brachten wir ihn ans Boot heran und nahmen ihn mit dem Kescher herein. Es war ein Hecht von etwa zwei Kilo.
Da der Wind zu stark war, wollten wir nicht unter der Brücke in den Lomnessee hineinrudern. Wir hielten sonnige Mittagsrast auf einem grasigen Hügel und fuhren dann wieder in den Lövfjord hinaus, den Wind im Rücken; das Boot hatte genügende Geschwindigkeit.
Nicht lange dauerte es, da biß ein Fisch von etwa zwei Kilo an, den wir auch ins Boot bekamen. Einige kleinere Hechte fingen wir ebenfalls. Dann aber kam eine lange Strecke ohne Erfolg, und wir gelangten bis ans Südende. Da wollten wir denn wieder ein Stück aufwärts, um zu sehen, ob es dort nicht besser gehen würde, und fuhren querüber, um am andern Ufer entlang zu rudern.
Mitten im Fjord sagte Frau S.: