Wir gingen weiter abwärts, hatten aber weiter keinen Erfolg, weder der Schneider noch ich. Wenn auch ihm nichts gelang, so war es gewiß nicht deswegen, weil wir schlechte Fischer waren.
Inzwischen war es Nacht geworden; da war nichts weiter zu tun, als zu Abend zu essen, und der warme Kaffee aus des Schneiders Thermosflasche schmeckte gut, besonders da wir uns tüchtig mit dem Zitronellaöl eingeschmiert hatten, so daß wir vor den Mücken Ruhe hatten.
Dann kletterten wir aus der Schlucht wieder hinauf, kamen auf die Straße und fuhren durch die Sommernacht auf unsern Rädern nach Hause. Wir konnten die Räder meistens einfach frei laufen lassen.
Wir machten noch einen Versuch in den Fischgumpen unterhalb der Brücke bei Misteregga. Aber auch dort hatten wir keinen Erfolg, und so radelten wir denn weiter abwärts.
Recht wehmütig nahm ich vom Schneider am Zaune seines gemütlichen kleinen Anwesens auf der Landzunge Abschied. Ich bin sicher, daß wir beide aus aufrichtigem Herzen „Auf Wiedersehen“ sagten.
Åsheim, 19. Juli.
Mit zwei Damen fuhr ich nach dem Lövfjord, um Hechte zu fischen. Beim Schuhmacher am Südende des Fjords sollten wir ein Boot bekommen. Als wir kamen, war er nicht zu Hause, aber Kinder waren genug da. Sie hatten gerade junge Rotaugen als Köder für uns gefangen, und einer der Söhne konnte uns rudern.
Der Schuhmacher hatte sechzehn Kinder, die alle am Leben waren. Bevor wir ruderten, kam er selber.
„Ja,“ sagte er, „es kann wohl sein, daß es heute Hechte zu fangen gibt. Im übrigen aber ist es wunderlich mit dem Hecht. Er beißt nur bei abnehmendem Mond an, und dann die ersten Tage des Neumond.“
Dann müßten wir ja Aussicht haben, meinte ich, es sei heute das letzte Mondviertel.