Und dann oben rundherum die Fichtenhänge und hoch über dem Ganzen der weiße Noreberg. Ja, hier ist es schön, winters und sommers!
In Ringnes war ich gegen zwölf Uhr, und da es von dort noch eine Meile bis Olberg ist, mußte ich mich beeilen. Von neuem ging es weiter, was Glieder und Schneeschuhe nur leisten konnten, und in weniger als einer Stunde war ich in Olberg. Ich hatte noch mehr als zwei Stunden bis zum Abgang des Zugs und nur noch eine Meile zu laufen. Ich konnte bequem einkehren und eine Weile ruhen.
Als ich in der Sofaecke saß, war die Versuchung zu stark. Es war vielleicht doch gut, die letzte Meile zu fahren, und im Pelze des Posthalters, die Schneeschuhe hinter mir, den Hund vor mir, sauste ich im Schlitten in scharfem Trab übers Eis nach dem Bahnhof.
Von Kristiania zurück nach Voß.
Die Schlittenschellen klingelten munter in die Nacht hinaus. Vor mir erstreckte sich das Krödereis blank in das Dunkel hinein. Hoch oben strahlten die Sterne. Die Gedanken gingen im Takt mit den Schellen, während ich im Schlitten saß.
Die Hauptstadt und ihr Lärm lagen hinter mir; es ging wieder hinauf in die freien Berge. Die Tanzmusik des letzten Abends summte und hüpfte noch in den Ohren.
Welcher Wechsel! Am Ufer des Krödersees unter den dunkeln Höhen blinkten freundliche Lichter aus Höfen und Hütten in die Nacht hinein. Welcher Friede! Wie still und ruhig fließt das Leben an diesen Berglehnen dahin. In der Stadt dagegen....
Schwapp, schwapp, das Pferd trat durch die brüchige Eiskruste. Ich schreckte aus meinen Gedanken auf, fuhr schärfer zu, und flott ging es bald über Glatteis, bald über Krusteneis nach Olberg.
Am nächsten Morgen im Schlitten weiter über den Krödersee. Wie rasch sich alles verändert! Als ich vor etwa anderthalb Wochen diesen Weg kam, herrschte hier strenger Winter, und alles war weiß. Schwer lag der Schnee im strahlenden Sonnenschein auf Wald und Busch. Jetzt aber war alles schwarz und traurig, nur hier und da vereinzelte weiße Streifen. Die Bäume standen nackt, die Dächer der Hütten waren ohne Schnee, das Eis blank und naß, die Luft dunkel und regenschwer, und die Höhen mit dem feuchten Nebeldach, wie waren sie düster und schwermütig! Der lichte, frische Winter war verschwunden.