Das war wenig versprechend für den, der die Schneeschuhe gebrauchen wollte....
Doch es wird sich schon machen. Auf den Höhen liegt Schnee —, und schnell ging es das Hallingtal hinauf auf der gewölbten, blanken Straße, wo es oft recht schwer war, den Schlitten in der Mitte des Wegs zu halten, ohne in die Gräben zu geraten.
Lange Strecken konnten wir den Fluß hinauffahren; dort lag blankes Schlittschuheis. Mehr und mehr ärgerte es mich, daß ich die Schlittschuhe nicht mitgenommen hatte. Sicher hätte ich fast den ganzen Weg vom Bahnhof über den Krödersee und den Fluß hinauf bis weit hinein nach Ål laufen können. Das wäre eine lange Schlittschuhfahrt geworden. Doch — — da trat das Pferd durchs Eis — — ein Ruck in die Zügel, nach links, und wir waren geborgen. Man muß gut aufpassen. Nach dem langen Tauwetter ist das Eis mit seinen Löchern jetzt heimtückisch.
Schon begann es zu dämmern, als wir am Nachmittag Nes erreichten. Aber ich wollte noch die zwei Meilen bis Rolfshus zurücklegen und gern die steifen Glieder wieder geschmeidig machen. Deshalb nahm ich die Schneeschuhe auf die Schulter und marschierte weiter.
Es war dunkel, und der Weg war glatt und beschwerlich zu gehen. Vom Fluß her vernahm ich den Lärm des Eises, dazu Rufe und Gelächter. Schlittschuhläufer amüsierten sich offenbar gut, und auch die Dunkelheit hatte sie nicht nach Hause getrieben.
Bald kam ich an einem Gehöft vorüber — es mochte irgendeinem Beamten gehören — und hörte die gebietende Stimme einer Hausmutter ins Dunkel hinausrufen: „Na, kommen sie noch nicht?“
Und eine Mädchenstimme antwortete im Hallingdialekt: „Nein, ich habe mich schon heiser geschrien, aber sie wollen nicht gehorchen.“
Da stand die Kindheit mit einem Male lebendig vor mir. Ja, wenn das Eis blank auf Fluß und Teich lag, war es nicht leicht, uns nach Hause zu unsern Schularbeiten zu bringen....
Der Freitagmorgen brachte klares Wetter und einige Grade Kälte. Von Rolfshus aufwärts lag soviel Schnee am Straßenrand, daß ich die Schneeschuhe benutzen konnte.