Ich plauderte mit dem Bauern über die Aussichten, morgen übers Gebirge zu kommen.
„Ja, nach Aurland kommst du wohl hinüber. Im Gebirge ist jetzt gute Bahn.“
„Ich möchte am liebsten über Hallingskei und Vosseskavlen nach Voß,“ wandte ich ein.
„Das wirst du wohl nicht schaffen. Ich bin in der Gegend nicht bekannt und habe auch nicht gehört, daß einer den Weg im Winter gegangen ist. Du willst doch nicht etwa allein dorthinüber gehen?“
„Im Herbst vorigen Jahres bin ich schon dort gegangen. Wenn ich aber einen Begleiter kriegen kann, so möchte ich gern einen guten Schneeschuhläufer haben, der die Gegend kennt.“
„Hier im Tal wirst du nicht leicht einen finden, der dich jetzt übers Gebirge nach Voß begleiten wollte. Der einzige wäre Andres Myrestöle. Er treibt Renntierzucht und Schneehuhnjagd und ist im Gebirg überall gut bekannt. Wenn er dich nicht begleiten will, so ist gewiß kein andrer aufzutreiben.“
Nach Myrstöl waren es fünf Viertelmeilen. Es lag gerade auf meinem Weg bei Strandefjord. Das beste war, am frühen Morgen aufzubrechen und dort vorzusprechen. Die Frau versprach, mich um ½3 Uhr zu wecken und etwas Essen bereitzuhalten.
Wie groß war meine Überraschung, als ich Rahmgrütze auf dem Frühstückstisch vorfand.
„Du mußt mit dem vorliebnehmen, was da ist,“ sagte die Frau. „Grütze hält lange vor, und dann wird man nicht durstig davon.“
Ja wahrhaftig, ich nahm vorlieb, wenn auch nicht gerade, weil ich jetzt im Winter im Gebirge den Durst fürchtete. Aber ich sollte die Richtigkeit ihres Wortes, daß Grütze auch für den Durst gut sei, noch bestätigen müssen.