Erst hatte ich den halben Tag mit meiner Ausrüstung zu tun, dann vergaß ich, sie nach der Bahnstation in der Stadt mit der Post befördern zu lassen, und mußte daher zur Nachtzeit das Mädchen zum Landkrämer schicken, um ein Pferd zu bekommen.
Endlich kam ich am Morgen weg. Erik Werenskiold und Moltke Moe wollten mich ein Stück begleiten. Zunächst fuhren wir mit der Bahn nach Kröderen. Ich hatte aber den Hundekuchen vergessen, und es mußte nach Drammen telefoniert werden, damit uns ein Sack voll an den Zug gebracht würde, wenn wir dort durchfuhren. Auch das kam in Ordnung.
Dann wäre uns an der Station Kröderen das Dampfschiff beinahe vor unsern Augen davongefahren, während wir uns mit irgend etwas anderm beschädigten.
Dann war der eine Koffer mit all meinem Gebirgsproviant bei Olberg an Land gegangen, und ich mußte auf der Landebrücke von Gulsvik stundenlang telefonieren, ohne die Sache in Ordnung bringen zu können, und mußte die ganze Eisenbahnverwaltung in Bewegung setzen. Währenddem saß der gute Moltke Moe an einer Kiste, die er als Tisch benutzte, und schrieb an einer Eingabe, die er jemand versprochen, aber nicht vor der Abreise fertig bekommen hatte — nun mußte sie erledigt werden.
Endlich war auch das in Ordnung, und wir zogen durch das Hallingtal hinauf. Doch da überfuhr ich meinen Hühnerhund Laila, und er schrie so fürchterlich, daß ich schon dachte, nun sei dieser Jagdausflug unmöglich gemacht. Es zeigte sich aber, daß kein Knochen gebrochen war; ich nahm den Hund in den Wagen, und bald war er wieder bei bester Laune.
Dann begegneten uns mehrere große Kuhherden, und der andere Hund, Jompa, ein kleiner Waterspaniel, rannte in den Wald. Wir mußten lange Jagd auf ihn machen, bis wir ihn endlich wieder einfingen. Er war ganz von Sinnen; soviel Kühe hatte er noch nie auf einmal gesehen.
Am Abend erreichten wir endlich Åvestrud. Hier entdeckte Moltke, daß er noch für L. eine Eingabe an das Storting um ein Stipendium schreiben müsse, um sie mit der ersten Post abzuschicken.
Das sah ihm ähnlich! Immer alles für andere, nichts für sich selbst. Ermüdet von der langen, ungewohnten Reise und trotzdem unermüdlich in seiner Güte für andere, setzte er sich hin und schrieb bis nachts halb ein Uhr, während ein Mann vor der Tür wartete, um den Brief südwärts nach Vik auf die Post zu bringen. Aber die Eingabe war auch so, wie kein anderer sie schreiben konnte.
Am nächsten Tag (7. September) kamen wir nach Nes, und am Abend traf der Koffer ein, von der Bahn mit Extrapost nachgeschickt.