[2] Mit „Bom“ wird im Norwegischen der Fehlschuß bezeichnet.

„‚Nein, so ist es nicht zu verstehen,‘ sagte er, ‚es klang nur so. Beide Bären fielen, aber später liefen sie davon.‘“

Sonnabend, 17. September.

Ein wundervoller Tag. Keine Wolke am blauen Himmel. Die Bergweite breitet sich in ihrem braungelben Herbstschmuck nach allen Seiten. Menschen und Vieh sind von den Almen ringsum heimgekehrt. Haraldset mußte auch nach Hause mit seinem Knochenmanne, der nicht fressen wollte.

Ich bin allein in der einsamen Pracht. Nur der Hund ist noch da, der dort unten die Weidengebüsche durchsucht, und der Bursche, der hier nebenan auf dem Hügel liegt. Er schläft gewiß bald in der Sonne.

Überall zwischen den braunen Höhen sind blaue Seen und Weiher verstreut, die sich von dem Braungelb noch blauer abheben. Das Auge folgt dem farbenreichen Teppich weithinaus; er geht in Wogen wie das Meer, ein Rücken hinter dem andern, und verklingt in weiter Ferne.

Zwischen den Rücken lange tiefeingeschnittene Spalten, aus denen es wie Brodem aufsteigt — dort unten wohnen Menschen.

Immer blauer und blauer werden die Berge draußen, und ganz in der Ferne die Schneeberge leuchten kühn und frisch im Sonnenschein. Der Blick schweift frei nach allen Seiten, nichts engt ihn ein. Weit im Süden steht hoch und einsam der Gausta.

Das Blaue dort im Dunst in Nordosten, das müssen die Rondanegipfel sein — und der dort, weiter im Norden, ist das nicht der Snehetta? Dann wild und gewaltig das ganze Jotunheim mit dem Nautgardstind als Wächter ganz im Osten; dann die Kalvåhögda und die Torfinsspitzen mit Firnen und Gletschern. Weiter vorn erstrecken sich die Hemsetalberge westwärts nach Voß zu, dann folgt Hallingskarve, breit und sicher, als könne nichts seine Ruhe stören. Ruhig trägt er die Firnen auf seinem Rücken. Am weitesten nach Westen aber liegt der Hardanger-Jökul mit seinem mächtigen Gletscher, der wie ein einziges fleckenloses Laken alles Dunkle unter sich eingehüllt hat. Weiß und glänzend — wie ein Gruß aus den Schneelanden im hohen Norden. Wie schön ist er jetzt im Sonnenglast!